{"id":581469,"date":"2026-10-31T00:01:50","date_gmt":"2026-10-30T23:01:50","guid":{"rendered":"https:\/\/urban-nation.com\/?p=581469"},"modified":"2026-10-31T00:11:00","modified_gmt":"2026-10-30T23:11:00","slug":"fresh-a-i-r-11-abschlussausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/urban-nation.com\/de\/2026\/10\/fresh-a-i-r-11-abschlussausstellung\/","title":{"rendered":"Fresh A.I.R. #11 Abschlussausstellung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-ab7f46749851cd13721cb96d14507f7c\" style=\"color:#d10536\">FUTURE VISIONS: Artistic Approaches to Peace<\/h2>\n\n\n\n<p>Am\u00a0<strong>13. November 2026<\/strong>\u00a0feiern wir ab\u00a0<strong>19 Uhr\u00a0<\/strong>die Er\u00f6ffnung der Fresh A.I.R.-Abschlussausstellung. Gezeigt werden k\u00fcnstlerische Arbeiten von 8 Stipendiat*innen unseres 11. Fresh A.I.R.-Jahrgangs und unseres zweiten Tr\u00e4gers des\u00a0<em>Martha-Cooper-Stipendiums<\/em> f\u00fcr Dokumentarfotografie. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie k\u00f6nnen wir uns eine friedliche Zukunft vorstellen, wenn die Grundlagen unseres Zusammenlebens unter Druck geraten? Mit dieser Frage setzen sich neun K\u00fcnstler*innen des elften Fresh A.I.R.-Jahrgangs auseinander. Seit Februar 2026 entwickelten sie unter dem Titel <em>FUTURE VISIONS: Artistic Approaches to Peace<\/em> k\u00fcnstlerische Positionen, die M\u00f6glichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens ausloten und dazu einladen, \u00fcber die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Zeit, in der Debatten \u00fcber Sicherheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft unserer Gesellschaft von Unsicherheit und Spaltung gepr\u00e4gt sind, richtet die Ausstellung den Blick auf m\u00f6gliche Wege zu einem friedlichen Miteinander. Die Arbeiten besch\u00e4ftigen sich mit politischen und sozialen Strukturen, den Voraussetzungen dauerhafter Stabilit\u00e4t und den M\u00f6glichkeiten, das Gemeinwesen aktiv mitzugestalten. Sie werfen Fragen nach Teilhabe, Widerstandsf\u00e4higkeit und gegenseitiger Unterst\u00fctzung auf: Was hilft Menschen, angesichts von Ohnmacht handlungsf\u00e4hig zu bleiben? Welche Formen des Zusammenlebens k\u00f6nnen wir uns jenseits vertrauter Vorstellungen ausmalen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung l\u00e4dt dazu ein, unterschiedliche k\u00fcnstlerische Perspektiven kennenzulernen und eigene Vorstellungen einer friedlicheren Zukunft zu hinterfragen. Manche der vorgestellten Ans\u00e4tze beginnen mit einem Perspektivwechsel, andere mit neuen Verbindungen oder Formen gemeinsamen Handelns. Gemeinsam er\u00f6ffnen sie einen Raum, um \u00fcber die Gegenwart hinauszublicken und M\u00f6glichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens neu zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt vorbei f\u00fcr einen inspirierenden Gedankenaustausch! Wir laden euch herzlich ein, die finalen Projektergebnisse im Rahmen der \u00f6ffentlichen Ausstellung zu erleben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kuratorin<\/strong>: Janine Arndt, K\u00fcnstlerische Leitung bei <a href=\"https:\/\/urban-nation.com\/de\/artist-in-residence-stipendien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fresh A.I.R.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Er\u00f6ffnung:<\/strong> 13. November 2026, 19 \u2013 22 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellungsort<\/strong>: URBAN NATION Projektraum, B\u00fclowstra\u00dfe 97, 10783 Berlin<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstellungslaufzeit:<\/strong> 14. November 2026 \u2013 14. M\u00e4rz 2027<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6ffnungszeiten:<\/strong><br>Dienstags und mittwochs 11 \u2013 18 Uhr<br>Donnerstags bis sonntags 13 \u2013 20 Uhr<br>Montags geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-d2723403f7531193f0901800c6040594\" style=\"color:#d10536\">ERFAHRT HIER ALLES \u00dcBER DIE PROJEKTE UND KUNSTWERKE:<\/h2>\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a59e\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a59e\">\n\t\t\t\tAdriana Chiruta\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a59e\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a59e\">\n\t\t\t<p>\u00dcber die gezeigten Kunstwerke:<\/p>\n<p><strong>3 Minutes of Nothing to Do<\/strong><\/p>\n<p>Viele Wissenschaftler*innen und Philosoph*innen, die sich mit den heutigen globalen Krisen besch\u00e4ftigen, glauben, dass die Welt beginnen k\u00f6nnte, sich selbst zu heilen, wenn wir alle f\u00fcr wenige Augenblicke unsere hektischen t\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten unterbrechen und einfach das betrachten w\u00fcrden, was uns umgibt, und uns mehr Zeit zum Nachdenken nehmen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Mit diesem Experiment wollen wir herausfinden, ob wir dazu in der Lage sind oder nicht.<br \/>\nDies ist eine Einladung, zu verg\u00e4nglichen Denkm\u00e4lern jener Zeit zu werden, die wir uns noch nehmen, um einfach nachzudenken:<\/p>\n<p>3 Minuten der Stille im Meer urbaner Unruhe.<br \/>\n3 Minuten ohne Bildschirme und ohne Druck.<br \/>\nEinfach die Erfahrung, das eigene Dasein bewusst zu erleben.<\/p>\n<p>Als sanfte und vor\u00fcbergehende Geste konzipiert, f\u00fchrt die Arbeit eine andere Art von Monumentalit\u00e4t ein: die der eigenen Pr\u00e4senz, die einen Raum er\u00f6ffnet, in dem die Betrachtenden selbst zum Kunstwerk werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vom Betrachten von Kunstobjekten zum eigenen Werden eines Kunst-Subjekts.<\/p>\n<p>In einer Welt, die zunehmend von Beschleunigung, Produktivit\u00e4t und st\u00e4ndiger Reiz\u00fcberflutung gepr\u00e4gt ist, schl\u00e4gt 3 Minutes of Nothing to Do (3 Minuten Nichtstun) eine einfache und zugleich potenziell radikale Handlung vor:<br \/>\ninnezuhalten,<br \/>\nzu sein,<br \/>\nnachzudenken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.adrianachiruta.com\/3minutes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hier<\/strong><\/a> mehr dazu erfahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tell me, Love<\/strong><\/p>\n<p>Kartiertes \u00dcberleben: Ein Experiment zur Schwarmintelligenz<br \/>\nBER-2026-2027 \/ WoC \/ INT-01<\/p>\n<p>\u201eSag mir, Liebling, wo m\u00f6chtest du den Dritten Weltkrieg verbringen?\u201c<\/p>\n<p>Liebe und Krieg, \u00dcberleben und Freizeit: Die Katastrophe wird wie eine Einladung zum Urlaub formuliert. In einer Welt, die an Komfort gew\u00f6hnt ist, l\u00e4sst das Wort &#8218;verbringen&#8216; das Unvorstellbare beinahe allt\u00e4glich erscheinen. Vielleicht ist diese Sanftheit notwendig. Gesellschaften bringen diejenigen oft zum Schweigen, die schlechte Nachrichten \u00fcbermitteln, als lie\u00dfe sich dadurch die Wirklichkeit ver\u00e4ndern. Doch eine Warnung kann auch aus F\u00fcrsorge entspringen &#8211; und sogar aus Liebe.<\/p>\n<p>Hinter seiner k\u00fcnstlerischen Fassade ist Tell me, Love ein kognitives Experiment. Die K\u00fcnstlerin bittet ihr Publikum um Rat und sucht nach den Orten, an denen sie gemeinsam mit ihm die besten \u00dcberlebenschancen h\u00e4tte. Auf der Tradition von Experimenten zur Schwarmintelligenz aufbauend, geht das Projekt einer grundlegenden Frage nach: Kann eine Gruppe von Menschen, die unabh\u00e4ngig voneinander denken, eine bessere Antwort finden als ein einzelner Mensch? Wann wei\u00df eine Gemeinschaft etwas, das kein Einzelner f\u00fcr sich allein wei\u00df?<\/p>\n<p>Die Arbeit ist ein Test kognitiver Widerstandsf\u00e4higkeit in einer zunehmend zerrissenen Welt und l\u00e4sst eine Karte unserer kollektiven \u00c4ngste und Hoffnungen entstehen.<\/p>\n<p>Sie sind eingeladen, eine eigene, unabh\u00e4ngige geografische Wahl zu treffen. Damit Ihre Entscheidung unbeeinflusst bleibt, werden die Ergebnisse bis zum Ende der Ausstellung geheim gehalten. Erst dann erscheinen alle individuellen Entscheidungen gemeinsam als Punkte auf der Karte &#8211; sowohl online als auch im Ausstellungsraum.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.adrianachiruta.com\/tellmelove\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hier<\/strong><\/a> am Experiment beteiligen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Adriana Chiruta<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a6b3\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a6b3\">\n\t\t\t\tAmber De Saeger\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a6b3\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a6b3\">\n\t\t\t<p>In ihrem fortlaufendes Forschungsprojekt <strong>Spaces in between<\/strong> untersucht Amber De Saeger k\u00fcnstlerische Strategien durch die der Privatisierung des \u00f6ffentlichen Raums entgegengewirkt werden kann. W\u00e4hrend des Fresh-A.I.R.-Stipendiums vertiefte Amber ihre drei Methodologien: das Gehen als verk\u00f6rperte Praxis, die Umsetzung kleiner Interventionen im \u00f6ffentlichen Raum sowie den Einsatz kritischer Kartografie. Diese Methodologien werden als Taktik genutzt, um das Stadtbild umzuschreiben und (un)sichtbare Spuren in der Umgebung zu erzeugen \u2013 beim Gehen, durch Interventionen und beim experimentellen Kartieren.<\/p>\n<p>Im urbanen Kontext interessiert sie sich besonders f\u00fcr Orte, die noch keine festgelegte Funktion haben und daher noch die M\u00f6glichkeit zur Ver\u00e4nderung in sich tragen \u2013 oder anders: f\u00fcr spaces in between. Als Ausgangspunkt ihrer Forschung in Berlin ging Amber den Mauerweg ab und zeichnete mit ihren Schritten die 160 km nach, an denen Berlin einst geteilt war. Sie betrieb umfangreiche Recherche zu lokalen Initiativgruppen und Kollektiven, die gegen die Wohnkrise, den \u201eAusverkauf der Stadt\u201c und neue \u00dcberwachungsgesetze k\u00e4mpfen, und kn\u00fcpfte Verbindungen zu anderen K\u00fcnstler*innen, die \u00e4hnliche Methodologien nutzen. Gleichzeitig nahm sie an mehreren Seminaren zu kollektiver und kritischer Kartografie teil und untersuchte, wie Counter-Mapping als Werkzeug eingesetzt werden kann, um Ver\u00e4nderungen anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ausstellung \u201eFUTURE VISIONS: Artistic Approaches to Peace\u201c b\u00fcndelte sie diese Forschung in einem Zine, begleitet vom gro\u00dfformatigen Druck einer Landkarte. Auf dieser Karte ist eine abstrahierte Version Berlins abgebildet, mit der Laufroute entlang der ehemaligen Mauer. Obwohl die Mauer physisch nicht mehr existiert, l\u00e4sst sie sich weiterhin als immaterielle Pr\u00e4senz wahrnehmen, als eine Art Schattenarchitektur.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihrer Spazierg\u00e4nge fiel Amber auf, dass die Wohnungskrise selbst am Stadtrand sichtbar war, wo improvisierte Behausungen und Lager entlang der Route verstreut lagen. Die Frage, wer ein Recht auf die Stadt hat, wurde besonders dr\u00e4ngend: Wer wird einbezogen und wer wird aktiv aus dem Blickfeld gedr\u00e4ngt? In <strong>Ghosts of the future past<\/strong>\u00a0(Geister der zuk\u00fcnftigen Vergangenheit) streift eine verzerrte Gestalt noch immer durch den ehemaligen Todesstreifen, jene gro\u00dfen Fl\u00e4chen Niemandsland, die einst zwischen den zwei Mauern lagen. H\u00e4tte die Natur einfach ihren Lauf genommen, w\u00fcrde dort heute ein ausgewachsener Wald stehen. Die Kreatur, die aus dem Wald hervortritt und sich nach und nach zeigt, fordert das Recht ein, anwesend zu sein. Wenn die Kreatur sich aber in den Stadtraum vorwagt und die reflektierenden Linien auf ihrem K\u00f6rper die Kamera t\u00e4uschen, verwirren und das Bild verzerren, ver\u00e4ndert sich die Bedeutung: Sie fordert das Recht auf Unsichtbarkeit in Zeiten st\u00e4ndiger \u00dcberwachung.<\/p>\n<p>In diesen Arbeiten spielt Amber mit dem Begriff von Inklusion und Exklusion und nutzt die Spuren der Vergangenheit, um gegenw\u00e4rtige Spaltung zu thematisieren. In einer Zeit, in der so viele Entscheidungen \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg getroffen werden, geht es darum, sich Handlungsmacht zur\u00fcckzuerobern und kreative Formen des Widerstands zu finden. Oder anders gesagt: Es ist eine Erkundung des Rechts auf Pr\u00e4senz versus des Rechts auf Unsichtbarkeit.<\/p>\n<p>Dank an:<\/p>\n<p>Susanna Bosch, the fellow participants of the seminar \u201cKritisches Kartographieren\u201d, the organizers and participants of the critical cartography summer school \u201cRe\/drawing Spaces\u201d, Berlin Surveillance and Predictive Policing Research Unit, Lindi Dedek, Don Edler and Alec De Bruyn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Amber De Saeger<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a71e\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a71e\">\n\t\t\t\tMourad Fedouache (Martha Cooper-Stipendiat)\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a71e\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a71e\">\n\t\t\t<p><strong>Inner Exile<\/strong> (Inneres Exil) untersucht, wie ein Mensch im Innern Erinnerung, Gewohnheit und ein verletzliches Gef\u00fchl von Frieden bewahrt, wenn er \u00fcber physische und kulturelle Geografien hinweg verschoben wird. F\u00fcr Mourad Fedouache wurde das, was als Feldforschung \u00fcber Zugeh\u00f6rigkeit begann, zu einer akuten gelebten Realit\u00e4t: Systemische administrative H\u00fcrden verz\u00f6gerten zun\u00e4chst seine Einreise nach Berlin, und die Ablehnung der Verl\u00e4ngerung seines Aufenthaltsvisums zwang ihn zur abrupten R\u00fcckkehr nach Marokko. In dieser Konvergenz von Biografie und Forschung h\u00f6rt das Exil auf, eine theoretische Kategorie zu sein; es tritt als unmittelbare Lebensbedingung hervor, geformt durch die Reibung zwischen dem menschlichen Impuls, Wurzeln zu schlagen, und den institutionellen Grenzen, die diesen Impuls st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Ausstellung versammelt zwei komplement\u00e4re Werkgruppen, die zwischen Berlin und Marokko entstanden sind: An der Wand platziert ist <strong>Places We Carry<\/strong> (Orte, die wir in uns tragen), ein partizipatorisches Projekt, das in zwei dialektische Kapitel gegliedert ist. Das erste entstand in Berlin mit Mitgliedern der marokkanischen Diaspora, w\u00e4hrend das zweite in Marokko mit dort lebenden deutschen Auswanderern realisiert wurde. Unter Vermeidung einer standardisierten fotografischen Portr\u00e4tpraxis trat Fedouache mit allen Teilnehmenden in einen vertieften Dialog und lud sie ein, einen erinnerten Ort dauerhafter Geborgenheit allein aus dem Ged\u00e4chtnis auf Papier zu \u00fcbertragen. Diese pers\u00f6nlichen Zeichnungen \u2013 Skizzen von Familienorten, verschwindenden Stra\u00dfen oder intimen Innenr\u00e4umen \u2013 werden physisch \u00fcber fotografische Portr\u00e4ts ihrer Urheber*innen gelegt. Durch diese Kompositionstechnik verschmelzen Gesichtsz\u00fcge und mnemonische Topografien zu einer einzigen Ebene und machen die unsichtbaren Architekturen sichtbar, die Menschen in sich tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Mourad Fedouache<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a7e7\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a7e7\">\n\t\t\t\tAnca Maria Gheonea\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a7e7\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a7e7\">\n\t\t\t<p>Der gesellschaftliche Diskurs wird zunehmend polarisiert \u2013 online wie offline, in politischen Kreisen und in unseren Sozialr\u00e4umen, in den wir uns bewegen. Er wird gepr\u00e4gt von algorithmisch gesteuerten Medien, Informations\u00fcberflutung, fragmentierten Narrativen und einer dramatisch schrumpfenden Aufmerksamkeitsspanne.<\/p>\n<p><strong>You and I: Polarized<\/strong>\u00a0ist ein Projekt, das zwei Dimensionen zeitgen\u00f6ssischer affektiver und ideologischer Polarisierung untersucht: die \u00f6ffentliche und die private.<\/p>\n<p>In den urbanen R\u00e4umen Berlins prallen Botschaften in einem sich st\u00e4ndig weiterentwickelnden \u00f6ffentlichen Dialog aufeinander, vermittelt durch die Street-Art-Kultur: Sticker, Plakate und Schriftz\u00fcge. Nicht alle bringen etwas an, aber jede*r kann abrei\u00dfen, zerkratzen, \u00fcberkleben, korrigieren und reagieren.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin dokumentierte mehrere Berliner Stadtteile von West nach Ost: Charlottenburg, Sch\u00f6neberg, Kreuzberg, Friedrichshain und Marzahn. \u00dcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ging sie die Stra\u00dfen ihres Viertels ab und hielt fest, wie der \u00f6ffentliche Raum beansprucht und umk\u00e4mpft wird, wie sich visuelle Gespr\u00e4che entfalten.<\/p>\n<p>Entstanden ist ein visuelles Archiv des sozial-politischen \u00f6ffentlichen Diskurses einer Stadt \u2013 eine Collage dessen, welche Geschichten sie als harmlos genug erachtet, um sie zuzulassen, und f\u00fcr welche sie keinen Raum l\u00e4sst. Jede*r darf interagieren. Im schlimmsten Fall jedoch k\u00f6nnen Menschen Gewalt ausgesetzt sein, wenn sie versuchen, eine Botschaft zu entfernen oder zu \u00fcberkleben (wie das Berliner Register berichtet).<\/p>\n<p>Die private Dimension ideologischer Polarisierung ist eine pers\u00f6nliche Erz\u00e4hlung dar\u00fcber, wie die K\u00fcnstlerin sie in ihrer eigenen Familie erlebt \u2013 insbesondere in der Beziehung zu ihrem Vater.<\/p>\n<p>Gen\u00e4hrt von einem konstanten Zufluss politischer Miss- und Desinformation sowie geschichtsrevisionistischer Propaganda, erlebt sie ihren Vater zunehmend \u201eauf der anderen Seite\u201c eines sich vertiefenden Grabens in der rum\u00e4nischen Gesellschaft: Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine und \u201epro-EU\u201c-demokratische Politik versus Unterst\u00fctzung f\u00fcr Russland und Rum\u00e4niens erstarkende rechtsextreme Parteien.<\/p>\n<p>Mit eskalierenden Drohnenvorf\u00e4llen, gesunkenen Schiffen und Angriffen nahe der Grenze wird aus pers\u00f6nlicher politischer Uneinigkeit ein Gef\u00fchl existenzieller Bedrohung. Themen werden zu emotionalen Ausl\u00f6sern, und der Dialog zwischen ihnen wird immer angespannter.<\/p>\n<p>Wie verstehen wir, was wir noch gemeinsam haben \u2013 und was dieses Gemeinsame tats\u00e4chlich bedroht?<\/p>\n<p><em>\u201eDie Symbole von heute erm\u00f6glichen die Realit\u00e4t von morgen. Nimm die Hakenkreuze und andere Zeichen des Hasses wahr. Schau nicht weg, und gew\u00f6hne dich nicht an sie. Entferne sie selbst und sei ein Beispiel daf\u00fcr, dass andere es ebenso tun.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u2013 Kapitel 4: \u00dcbernimm Verantwortung f\u00fcr die Gestalt der Welt, \u201e\u00dcber Tyrannei\u201c, Timothy Snyder<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Anca Maria Gheonea<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a865\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a865\">\n\t\t\t\tLea Gocht\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a865\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a865\">\n\t\t\t<p>Lea Gocht, geboren 1995 in Weingarten, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Sie studierte von 2013 bis 2020 an der Staatlichen Akademie der Bildenden K\u00fcnste Karlsruhe bei Toon Verhoef, Kalin Lindena und Corinne Wasmuht und wurde 2021 deren Meistersch\u00fclerin. Sie erhielt unter anderem das Graduiertenstipendium des Landes Baden-W\u00fcrttemberg (2019), den Preis der 25. K\u00fcnstler*innen-Messe Karlsruhe (2022), das Stipendium der Stiftung K\u00fcnstlerdorf Sch\u00f6ppingen(2023) sowie den Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung (2024). Im gleichen Jahr war sie Artist in Residence an der renomierten Cit\u00e9 Internationale des Arts in Paris (2024\u20132025).<\/p>\n<p>Seit 2024 arbeitet die K\u00fcnstlerin Lea Gocht an einer fortlaufenden Installationsreihe, die den Titel <strong>anhedonia<\/strong>\u00a0tr\u00e4gt. Der Begriff der Anhedonie stammt aus der klinischen Psychologie und bezeichnet den Verlust Freude zu empfinden. Ausgehend von ihrer eigenen kritischen Perspektive als weiblich gelesene Person weitet Lea Gocht den Begriff auf kollektive Empfindungen wie Ohnmacht, Kontrollverlust oder Suche nach Handlungsf\u00e4higkeit aus, die in Reaktion auf gesellschaftliche Krisen entstehen.<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a8c7\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a8c7\">\n\t\t\t\tTonka Malekovi\u0107\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a8c7\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a8c7\">\n\t\t\t<p><strong>Melting Plots<\/strong> ist ein partizipatives k\u00fcnstlerisches Forschungsprojekt, das sich mit Vorstellungen von Zuhause, Zugeh\u00f6rigkeit, Gemeinschaft, Grenzen, Bewegungsfreiheit und Prozessen des &#8218;Commoning&#8216; auseinandersetzt. Das Projekt brachte 43 Menschen mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden und vielf\u00e4ltigen biografischen Erfahrungen zusammen. \u00dcber mehrere Monate hinweg wurden Interviews, Stadtspazierg\u00e4nge und Workshops genutzt, um zu untersuchen, wie gemeinschaftlich genutzte R\u00e4ume entstehen k\u00f6nnen und wie Solidarit\u00e4t und Empathie zu ihrer Entstehung beitragen. Durch iterative Beitr\u00e4ge und Feedbackschleifen entstanden neue Identifikationsr\u00e4ume, die den Grundstein f\u00fcr eine kreative Zusammenarbeit in der abschlie\u00dfenden Projektphase legten.<\/p>\n<p>Das H\u00fcpfspiel, das \u00fcber Generationen und Kulturen hinweg auf der ganzen Welt gespielt wird, diente als zentrales Motiv und als Werkzeug, um Vorstellungen von Grenzen, Territorium, Besetzung, Besitz und Grenz\u00fcberschreitung zu untersuchen. Das gemeinsame Spielen half dabei, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verbinden und durch reflexive und k\u00f6rperlich erfahrbare Praktiken neue kollektive Erinnerungen und geteilte Wirklichkeiten entstehen zu lassen.<\/p>\n<p>Der Prozess m\u00fcndete in ein Bild, das in einer aus der Vogelperspektive mit einer Drohne gefilmten Video-Performance festgehalten wurde. Das in der Ausstellung gezeigte Video pr\u00e4sentiert das Ergebnis eines ko-kreativen Prozesses, in dem die Teilnehmenden auf Grundlage ihrer Reflexionen aus vorherigen Aktivit\u00e4ten neue Entw\u00fcrfe und Regeln f\u00fcr das H\u00fcpfspiel entwickelten. Ihre Beitr\u00e4ge wurden zusammengef\u00fchrt, um eine B\u00fchne f\u00fcr die abschlie\u00dfende Aktion zu schaffen: den ersten Moment des kollektiven Zusammenkommens innerhalb eines sechsmonatigen Prozesses und eine spielerische, demokratische Praxis des Commoning.<\/p>\n<p>Die begleitenden Diagramme legen die zugrunde liegende Architektur des Bildes offen und machen die Methodik des Projekts sowie die Struktur der Teilnehmendengruppe sichtbar.<\/p>\n<p>Das H\u00f6rst\u00fcck versammelt eine kuratierte Auswahl von Zitaten aus Interviews mit den Teilnehmenden.*<\/p>\n<p>*Die Zitate stammen aus Interviews, die in der ersten Phase des Projekts Melting Plots gef\u00fchrt wurden. Die Teilnehmenden waren eingeladen, etwas \u00fcber sich selbst zu erz\u00e4hlen und \u00fcber die Begriffe Zuhause, Zugeh\u00f6rigkeit, Heimat, Grenzen und Territorien zu reflektieren. Au\u00dferdem reagierten sie auf Ausz\u00fcge aus Gespr\u00e4chen mit anderen Teilnehmenden, denen sie zuvor nie pers\u00f6nlich begegnet waren. Auf diese Weise entstand eine Art Multilog, der einen Raum er\u00f6ffnete, um Gemeinsamkeiten und Ankn\u00fcpfungspunkte zu erkunden. Die Ausstellung pr\u00e4sentiert eine kuratierte Auswahl von Zitaten aus diesen Gespr\u00e4chen, die von zwei neutralen Stimmen neu eingesprochen wurden. Die urspr\u00fcnglichen deutschen Zitate wurden ins Englische \u00fcbersetzt und behutsam redaktionell bearbeitet, um ihre Verst\u00e4ndlichkeit zu verbessern und zugleich ihre urspr\u00fcngliche Bedeutung zu bewahren. Um den unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen der Teilnehmenden im Umgang mit pers\u00f6nlichen Informationen zu entsprechen, wurden einige L\u00e4nder- und Ortsnamen weggelassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Tonka Malekovi\u0107<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a94c\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a94c\">\n\t\t\t\tPatrycja Pi Pa Piwosz\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a94c\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a94c\">\n\t\t\t<p>Die Natur ist nicht l\u00e4nger einfach etwas, das wir vorfinden; sie ist zunehmend etwas, das wir hervorbringen. Pflanzen wachsen in fensterlosen Farmen unter k\u00fcnstlichem Licht, Fleisch wird in Laboren kultiviert, Mikroplastik zirkuliert durch lebende K\u00f6rper. <strong>Autopoietic Singularity<\/strong> nimmt diese gegenw\u00e4rtigen Verschiebungen als Ausgangspunkt f\u00fcr eine spekulative Botanik.<\/p>\n<p>Die Arbeit beklagt keine verlorene, unber\u00fchrte Natur. Statt sich \u00f6kologische Katastrophen oder utopische Harmonie auszumalen, untersucht sie, wie Natur sich unter ver\u00e4nderten Bedingungen neu organisieren k\u00f6nnte und dabei Formen hervorbringt, die die Grenze zwischen Lebendigem und K\u00fcnstlichem ersch\u00fcttert.<\/p>\n<p>Geleitet vom Prinzip der Autopoiesis \u2013 der F\u00e4higkeit lebender Systeme, sich aus sich selbst heraus zu regenerieren \u2013 greift das Projekt auf das zur\u00fcck, was bereits in seiner unmittelbaren Umgebung vorhanden ist, einschlie\u00dflich Materie, die gemeinhin als Abfall gilt. Durch Dekonstruktion und Rekonstruktion er\u00f6ffnen weggeworfene Materialien neue M\u00f6glichkeiten: Hier werden Biomaterialien, die teilweise aus K\u00fcchenresten bestehen, zu Skulpturen geformt, die wie lebende Organismen wirken und sich doch einer einfachen Einordnung entziehen.<\/p>\n<p>Verbunden mit Keramik und Draht werden sie zu Hybriden \u2013 teils Pflanze, teils Mineral, teils etwas, das noch keinen Namen hat. Ihre Oberfl\u00e4chen reichen von rauen, opaken Biokompositen bis zu Gelatine-Biokunststoffen, die gl\u00e4nzend und transluzent werden k\u00f6nnen und stellenweise zugleich an Plastik und an Baumrinde erinnern. Ein QR-Code f\u00fchrt zu einem Herbarium, in dem jedes Exemplar zur erfundenen Gattung Futura geh\u00f6rt und wie ein wissenschaftlicher Fund dokumentiert wird: Code, Unterreihe, Materialzusammensetzung, Struktur, Ma\u00dfe, Gewicht. Indem das Herbarium diese Hybride mit der Ernsthaftigkeit behandelt, die echten Arten vorbehalten ist, entwirft es eine Systematik f\u00fcr eine Natur, die gerade erst entsteht.<\/p>\n<p>Jedes Objekt vereint Materialien, die auf unterschiedlichen Zeitsschienen existieren: Keramik und Metall stehen neben organischer Materie, die weiterhin auf Luftfeuchtigkeit und Temperatur reagiert. Texturen, Farben und Geruch k\u00f6nnen sich mit der Zeit ver\u00e4ndern und erweitern die Arbeit \u00fcber den Moment ihrer Entstehung hinaus. Die Objekte sind nicht blo\u00df Darstellungen hypothetischer Organismen; Ver\u00e4nderung wird selbst zu einem Bestandteil der Arbeit. Hier liegt ihre performative Dimension \u2013 nicht in Handlung, sondern in einer Transformation, die nur durch Beobachtung nachvollzogen werden kann.<\/p>\n<p>Auf diese Weise schlagen die Skulpturen eine andere Beziehung zum Kunstobjekt vor, die eher in F\u00fcrsorge als in Dauerhaftigkeit gr\u00fcndet. Sie laden dazu ein, neu zu denken, was es bedeutet, zu bewahren und zu besitzen, und und zeigen auf, wie wertvoll es ist, die Materie in ihrem Wandel bewusst wahrzunehmen \u2013 eine Achtsamkeit, die sich auch auf die nicht-menschliche Welt erstreckt.<\/p>\n<p>Mit Respekt, Z\u00e4rtlichkeit und einem Bewusstsein gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit betrachtet, verweisen sie auf Frieden nicht als festen Zustand, sondern als fortw\u00e4hrende Suche nach einem \u00f6kologischen Gleichgewicht zwischen Mensch und Nicht-Mensch, Organischem und Artifiziellem.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/piwosz-patrycja.com\/futurystyczne-herbarium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hier<\/strong><\/a> das ganze Herbarium ansehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Patrycja Pi Pa Piwosz<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7a9ba\" id=\"accordion-block_6ae523ff7a9ba\">\n\t\t\t\tSerraGlia\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7a9ba\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7a9ba\">\n\t\t\t<p>Frieden wird f\u00fcr gew\u00f6hnlich im gro\u00dfen Ma\u00dfstab diskutiert. Dieses Projekt setzt viel kleiner an, etwa bei zwei Menschen, die einander nicht verstehen. Viele Konflikte nehmen genau dort ihren Anfang \u2013 wenn wir die Dinge nicht aus der Perspektive der anderen Person sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>City as Map of Ideas<\/strong> ist ein Buch mit visuellen \u00dcbungen, um den Perspektivwechsel zu trainieren. Jedes Detail, das in den Stra\u00dfen Berlins gefunden wurde, wird mit einem unerwarteten Bild kombiniert.<\/p>\n<p>An der Wand h\u00e4ngt eine Granitfassade, der eine Platte fehlt, neben einem l\u00e4chelnden Mann, dem ein Zahn fehlt. Nebeneinander sieht das Loch in der Wand pl\u00f6tzlich aus wie eine Zahnl\u00fccke, und das L\u00e4cheln ein bisschen wie ein Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Die Bildpaare erkl\u00e4ren nichts. Sie fordern dazu auf, noch einmal hinzusehen &#8211; aus einem anderen Blickwinkel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: SerraGlia<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n\t<div class=\"accordion-element\">\n\t\t<h3>\n\t\t\t<button aria-expanded=\"false\" class=\"accordion-trigger\" aria-controls=\"block_6ae523ff7aa4b\" id=\"accordion-block_6ae523ff7aa4b\">\n\t\t\t\tSimiao Yu\t\t\t<\/button>\n\t\t<\/h3>\n\t\t<div class=\"accordion-content\" id=\"block_6ae523ff7aa4b\" role=\"region\" aria-labelledby=\"accordion-block_6ae523ff7aa4b\">\n\t\t\t<p><strong>Future Perfect Continuous (FUTUR II)<\/strong> erkundet die M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume unserer \u00f6kologischen Zukunft. Ausgangspunkt des Projekts ist der Versuch, gegenw\u00e4rtige, geopolitisch wie chronopolitisch gepr\u00e4gte Denk- und Handlungsmuster im Umgang mit der globalen Klimakrise zu durchbrechen. FUTUR II versteht sich als \u00dcbung darin, \u00f6kologische Zukunftsszenarien r\u00e4umlich zu denken und planetarische Verantwortung \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume hinweg zu verstehen.<\/p>\n<p>Die hier gezeigte Wandinstallation gibt einen Ausschnitt aus FUTUR II wieder, einem zyklischen Fliesenwerk, das die Vielfalt und Gleichzeitigkeit m\u00f6glicher Welten erfahrbar macht. Denn nicht eine linear determinierte und scheinbar unabwendbare Zukunft liegt vor uns, sondern eine F\u00fclle kommender Welten, die sich fortw\u00e4hrend in alle Richtungen entfalten. Der Weg in die Zukunft verzweigt sich flie\u00dfend in multiple, miteinander verflochtene Wirklichkeiten. FUTUR II \u00fcbersetzt dieses raumzeitliche Kontinuum in ein fortlaufendes, multiperspektivisches Kaleidoskop planetarer Visionen, das erlebte Gegenwart und antizipierte Zukunft n\u00e4her zusammenr\u00fccken l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Grundform bildet dabei eine Weltkarte in Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks, angelehnt an einen Projektionsentwurf des neuseel\u00e4ndischen Mathematikers und Kartografen Laurence Patrick Lee aus den 1960er-Jahren. Anders als beispielsweise die weitaus bekanntere Mercator-Projektion stellt diese Karte die verschiedenen Erdteile unseres Globus in einem relativ ausgewogenen Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnis zueinander dar. Vervielf\u00e4ltigt und aneinandergef\u00fcgt, l\u00e4sst sich die dreieckige Karte zu einem unbegrenzten, zusammenh\u00e4ngenden Raumzeitgef\u00fcge erweitern.<\/p>\n<p>Die einzelnen Kartenreliefs wurden von Hand aus ozeangr\u00fcnem Beton gegossen und individuell bemalt. Die darin gezeigten Visualisierungen von Klimafolgen st\u00fctzen sich auf Modellrechnungen des Climate Impact Explorer, einem Projekt des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK). Die Weltkarten veranschaulichen verschiedene Klimaindikatoren, darunter Hitzerisiko, D\u00fcrreperioden und extreme Niederschl\u00e4ge, zu unterschiedlichen Zeitpunkten (2030, 2050, und 2100) unter den jeweils zugrunde gelegten politischen Szenarien. FUTUR II verbindet die Vergangenheit, \u00fcber die wir Wissen gesammelt haben, mit der Gegenwart, in der wir handeln k\u00f6nnen, und der Zukunft, die wir w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Das thermografische Video <strong>Reclining Figure<\/strong>\u00a0tritt der Wandinstallation als dialogisches Gegen\u00fcber zur Seite. Es zeigt den eigenen K\u00f6rper in liegender Ruhe, oder vielmehr das thermische Nachbild, das der abwesende K\u00f6rper hinterl\u00e4sst. Die Silhouette wird animiert, buchst\u00e4blich zum Leben erweckt, und scheint im Schlaf ruhig ein- und auszuatmen. K\u00f6rperw\u00e4rme ist ein Lebenszeichen und ihre Spur eine fl\u00fcchtige Einschreibung leiblicher Pr\u00e4senz. Die Befindlichkeit des menschlichen K\u00f6rpers tritt hier in Beziehung zur Verfasstheit der Welt, die ihrerseits als lebendiger Organismus verstanden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Simiao Yu<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Special Event: OPEN HOUSE @ Fresh A.I.R. + Performances<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 14. und 15. November 2026 l\u00e4dt das OPEN HOUSE dazu ein, die K\u00fcnstler*innen pers\u00f6nlich kennenzulernen. Besucher*innen erhalten Einblicke in die k\u00fcnstlerischen Prozesse und Arbeitsweisen, k\u00f6nnen Fragen stellen und mehr \u00fcber die Geschichten hinter den Kunstwerken erfahren. Performances erg\u00e4nzen das Programm und er\u00f6ffnen weitere Zug\u00e4nge zu den k\u00fcnstlerischen Perspektiven auf Frieden und Zusammenleben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Termine:<\/strong> 14. und 15. November 2026, jeweils 16 \u2013 20 Uhr<br><strong>Ort:<\/strong> Fresh A.I.R., Zugang \u00fcber das URBAN NATION Museum, B\u00fclowstra\u00dfe 7, 10783 Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FUTURE VISIONS: Artistic Approaches to Peace Am\u00a013. November 2026\u00a0feiern wir ab\u00a019 Uhr\u00a0die Er\u00f6ffnung der Fresh A.I.R.-Abschlussausstellung. Gezeigt werden k\u00fcnstlerische Arbeiten von 8 Stipendiat*innen unseres 11. Fresh A.I.R.-Jahrgangs und unseres zweiten Tr\u00e4gers des\u00a0Martha-Cooper-Stipendiums f\u00fcr Dokumentarfotografie. 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