NEW ONE WALL @ ICELAND by Nomad Clan & Hera – „HOME IS WHERE YOU TAKE IT.“

Im Juni diesen Jahres kam zog es URBAN NATION gemeinsam mit dem britischen Künstler Duo Nomad Clan und Hera, ein Teil des Künstlerduos Herakut nach Island, um im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in Reykjavík eine One Wall zu kreieren. Doch nicht nur irgendeine One Wall! Was hier innerhalb von zwei Wochen entstand, ist vielmehr ein Andenken an ein bedeutendes Ereignis der gemeinsamen deutsch-isländischen Geschichte.

Im Jahr 1949 kamen 314 deutsche Frauen auf einem Schiff namens "Esja" nach Island. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als ihr Land noch in Trümmern lag und viele dieser Frauen verwitwet und verarmt ihre Männer betrauerten, ergab sich für diese Frauen eine neue Perspektive in einem fremden Land. Island - ein Land, von dem diese Frauen weder Lage noch Sprache kannten und das dennoch zu einem Sehnsuchtsort für eine neue Zukunft wurde. Island wurde für diese Frauen zu einer neuen Heimat. Hier fanden sie ein sicheres Zuhause, Arbeit und einige sogar eine neue Liebe. Viele von den so genannten “Esja-Frauen” blieben in Island.

“Leider scheinen wir in einer Zeit zu leben, in der Nationalisten dazu aufrufen, Grenzen zu verbarrikadieren und Mauern zwischen den Menschen zu errichten - geistig und körperlich. Deshalb ist es besonders wichtig, einen Blick auf die Tatsache zu werfen, dass Menschen schon immer Migranten waren, die neues und unbekanntes Terrain erschlossen und schließlich mit diesem verschmolzen sind, Teil neuer Orte, Kulturen und Familien wurden. Migrationsgeschichten stecken in der DNA jedes Landes, in dessen nationaler Identität. Die Menschen daran zu erinnern, ist entscheidend für die Aufrechterhaltung einer Kultur, die Einwanderer aufnimmt.” (Hera)

Die inhaltlich wie in ihrem Umfang gewaltige One Wall vom Nomad Clan und Hera symbolisiert die Flucht aus dem eigene Land in die Fremde, den Weg auf dem Vertrauten ins Unbekannte. Der Blick ist dabei stets der neuen Zukunft zugewandt, nur die Erinnerungen blicken zurück. Doch auch diese verblassen mit der Zeit. „HOME IS WHERE YOU TAKE IT.“

Zwischen Island und dem URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART besteht eine enge Beziehung. Bereits 2015 und 2016 gab es “Wallpoetry” zum Iceland Airwaves Festival. Nun wurde ein neues großformatiges Werk in Reykjavík mit den Künstlerinnen vom Nomad Clan und Hera (Herakut) umgesetzt, das einen ganz besonderen historischen Moment der deutsch-isländischen Beziehung aufgreift.

Ein besonderer Dank gilt der Deutschen Botschaft in Reykjavík, insbesonder Herrn Beck und seiner Frau, der ZMF Event GmbH (Griessmuehle), Henny Frimanns und natürlich den Künstlerinnen.