Urban Nation Museum

URBAN NATION und das URBAN NATION Museum ist eine Initiative der gemeinnützigen Stiftung Berliner Leben, die von der Gewobag AG gegründet wurde. Durch die Arbeit von URBAN NATION soll der kreative Austausch zwischen Kunstschaffenden und Berliner*innen gefördert, sowie die Integration und die Partizipation durch kulturelle Bildungsangebote in den Berliner Kiezen unterstützt werden.

Die Initiative gibt es bereits seit 2013. Seitdem wurden zahlreiche Künstler*innen nach Berlin eingeladen, um an verschiedenen Orten Murals zu gestalten und dadurch Kunst im urbanen Raum für alle erlebbar zu machen. Noch ohne festen Ausstellungsraum wurden bereits die ersten ONE WALLS (Murals) in Berlin realisiert. Das ONE WALL Programm wird nach wie vor weitergeführt und knüpft an die in der gesamten Stadt (im Ost- und Westteil) präsente Tradition der Wandmalerei und des Muralismus an. Soziale und gesellschaftliche Themen spielen bei der Auswahl der Motive und Künstler*innen immer wieder eine Rolle.

Ein weiterer regelmäßiger Präsentationsort für die vor Ort geschaffenen Arbeiten der Künstler*innen waren damals die Schaufenster eines Möbelgeschäfts in der Bülowstraße 7, in dem sich heute das Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art befindet.

Die Räumlichkeiten des Urban Nation Museum vor der offiziellen Eröffnung:

DAS MUSEUM

Streetart und Urban Art sind aufgrund von Witterung, Vandalismus und sonstigen Einflüssen stets der Gefahr ausgesetzt beschädigt, zerstört, überstrichen oder entwendet zu werden. Der Zustand des Vergänglichen ist in vielen Fällen auch Teil des Konzeptes der Arbeiten bzw. eine der Folgen, wenn ungefragt Kunst im öffentlichen Raum angebracht und hinterlassen wird. Inspiriert durch die ephemere Situation entstand die Idee eines Museums, dass der flüchtigen und vergänglichen Kunst der Straße – der Urban Art – gewidmet ist und diese ausstellt und gleichzeitig die Geschichte dieser weltweiten künstlerischen Bewegung erlebbar macht.

Urbane Kunst hat Berlin in den letzten Jahrzehnten geprägt und unter anderem dafür gesorgt, dass die Stadt als internationale Kunstmetropole wahrgenommen wird. Dass das erste Urban Art-Museum ausgerechnet hier entsteht, war kein Zufall, gilt Berlin doch unter anderem auch als „Graffitihauptstadt“ Deutschlands wenn nicht sogar Europas. Die Strahlkraft des Museums reicht aber weit über Berlin hinaus. Denn urbane Kunst ist aktuell und global – eine demokratische, niedrigschwellige Kunstform, die interaktiv und für jeden zugänglich ist, bewegt alle Generationen und Nationen und schafft gesellschaftlichen Dialog.

Unter dem Leitmotiv „Connect. Create. Care.“ versteht sich das Museum nicht nur als Ausstellungsort, sondern auch als Nachbarschaftsprojekt.  Viele Wohn- und Geschäftshäuser entlang der Bülowstraße sind mit Fassadenbemalungen in das Gesamtkonzept eingebunden.

Für die beiden bisherigen Ausstellungen „UNique. UNited. UNstoppable.“ und “UN-derstand the power of art as a social architect”wurden keine bestehenden Werke aus dem Stadtraum entnommen. Ein Großteil der gezeigten Werke wurde eigens für die Ausstellungen 2013 und 2019 im Museum oder in einem der zahlreichen Urban Nation-Projekte erschaffen.

In der dritten Ausstellung des noch jungen Museums, deren Eröffnung für den Herbst 2020 geplant ist, wird erneut die Dokumentation der Kunstbewegungen: Graffiti, Streetart und Urban Art im Fokus stehen. Die Ausstellung widmet sich dem Leben und Lebenswerk der weltbekannten Fotojournalistin Martha Cooper. Ihre Fotografien sind die ersten Zeugnisse der Urban Art und dokumentieren deren Entstehung seit den 1970er Jahren.

 

DAS GEBÄUDE

Der Eröffnung des Museums im September 2017 gingen einjährige Baumaßnahmen und drei Jahre Planung voraus. Die Neugestaltung wurde von dem Berliner Architekturbüro GRAFT umgesetzt. In den unteren beiden Stockwerken des Gebäudes befinden sich heute die Ausstellungsräume des Museums. Hier wurde die Decke zwischen Erdgeschoss und erstem Stock entfernt. Dadurch entstand ein offener, musealer Raum. Über eingezogene Brücken können die BesucherInnen auf 500 Quadratmetern zwischen den Stockwerken hindurchgehen.  Diese Stege bilden eine Parallelität zur Straße und der oberirdischen U-Bahntrasse vor dem Museum.  Zudem bietet diese architektonische Besonderheit die Möglichkeit die einzelnen Werke sowohl aus der Distanz, als auch aus der Nähe betrachten zu können. Die Verwendung von Asphalt als Bodenbelag stellt eine weitere Verbindung zwischen Innenraum und Straße her.

In den oberen drei Stockwerken sind auf 1100 Quadratmetern elf Künstler*innen-Residenzen für die Stipendiat*innen des Fresh A.I.R.-Förderprogramms entstanden. Die Räumlichkeiten bestehen aus Atelierwohnungen, und sind zum Arbeiten und Wohnen gleichermaßen geeignet.

Das Museum verfügt über eine modulare Wechselfassade, die regelmäßig von Künstler*innen aus der ganzen Welt bespielt wird.

Die verschiedenen Motive der Fassade des Urban Nation Museums: