One Wall von Dima Korma
- Oktober 5, 2026
Mit seiner neuen ONE WALL setzt der in Berlin lebende Künstler Dima Korma ein Zeichen für die Erinnerungskultur im öffentlichen Raum. An der Fassade eines Wohnhauses in der Paul-Hertz-Siedlung in Charlottenburg-Nord verbindet Korma historische Dokumente und das Porträt des Widerstandskämpfers Bernhard Lichtenberg mit einer zeitgenössischen visuellen Sprache. Im Zentrum des Murals steht Bernhard Lichtenberg (1875–1943), katholischer Priester und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Lichtenberg setzte sich öffentlich für Verfolgte und insbesondere für jüdische Menschen ein und protestierte gegen die nationalsozialistischen Krankenmorde. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und 1942 wegen seiner regimekritischen Haltung verurteilt. Auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau starb er 1943.
Korma nähert sich der historischen Figur über das Prinzip der Collage. Das Porträt Lichtenbergs, seine Signatur und weitere Archivalien werden zu Bestandteilen der Komposition. Über das Zitat Lichtenbergs: „Ich bekämpfe falsche Grundsätze, aus welchen falsche Tatsachen entstehen müssen (…)“ findet eine Einordnung seiner regimekritischen Haltung statt. Die Arbeit steht damit exemplarisch für das Potenzial von Urban Art als Medium öffentlicher Erinnerung im Alltag der Quartiersbewohner.
Der Entstehungsprozess der ONE WALL war partizipativ angelegt. In einem Workshop von Dima Korma und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand beschäftigten sich junge Erwachsene der Anna-Freud-Schule mit der Biografie Bernhard Lichtenbergs und entwickelten gemeinsam mit dem Künstler Ideen für das Wandbild. Die ONE WALL wird so zu einem Anlass für kreative und gesellschaftspolitische Lernprozesse.
Das Wandbild entstand im Rahmen der ONE WALL Initiative der Stiftung Berliner Leben in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, mit Unterstützung der Botschaft des Staates Israel und der Gewobag.
Fotos: Ludger Paffrath
