Etienne Dietzel

Etienne Dietzel, geboren in Thüringen, studierte Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. In seiner Arbeit verknüpft er wissenschaftliche Diskurse mit wesentlichen Aspekten technischer Bildproduktion. Dabei arbeitet er interdisziplinär und bedient sich unterschiedlicher Medien wie Fotografie, 3D-Grafik oder (sogenannter) künstlicher Intelligenz. […]

Biographie / Etienne Dietzel

Etienne Dietzel, geboren in Thüringen, studierte Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 
In seiner Arbeit verknüpft er wissenschaftliche Diskurse mit wesentlichen Aspekten technischer Bildproduktion. Dabei arbeitet er interdisziplinär und bedient sich unterschiedlicher Medien wie Fotografie, 3D-Grafik oder (sogenannter) künstlicher Intelligenz.

Über das Kunstprojekt

In „Momo“ aus dem Jahr 1973 lässt Michael Ende die fantasiebegabte Figur Gigi Fremdenführer die Erzählung von Marxentius Communus erdichten: Weil ihm der Zustand der Welt und ihrer Bewohner_innen missfiel, befahl der tyrannische Herrscher den Bau eines Globus, der die Erde im Maßstab 1:1 darstellt, ohne dabei auch nur das kleinste Detail zu vernachlässigen. Für die Umsetzung des Vorhabens wurden sämtliche globale Ressourcen verbraucht und von der ursprünglichen Erde blieb nichts weiter übrig als eine Abbildung…
Im Sinn des in Gigis Erzählung enthaltenen Gedankenspiels zum Verhältnis von Realität und ihrem modellhaften Abbild setzt sich Etienne Dietzel im Rahmen von Fresh A.I.R. mit dem Bildraum hyperrealistischer 3D-Grafik von Computerspielen auseinander. 
Der besondere Fokus liegt dabei auf dem Begriff des Assets. Er bezeichnet die Gesamtheit aller Elemente, die als Ressource zum Bau eines Games zur Verfügung stehen. Viele dieser Bausteine sind 3D-Scans real existierender Räume und Objekte oder digitale Nachbauten mit entsprechender Fototextur. Obwohl die meisten dieser Objekte nicht mit komplexeren Physik-Simulationen versehen sind und keinen interaktiven Gebrauchswert haben, füllen sie die karge Abstraktheit des mathematischen Raums mit der Vertrautheit wirklicher Zeichen.  

Beim Bau einer eigenen interaktiven Umgebung in einer Game-Engine untersucht Etienne Dietzel Eigenheiten solcher virtuellen Parallelwelten. Dafür sammelt er eigene Assets als modellhafte Versatzstücke der Wirklichkeit und sampelt sie zu einem losen Narrativ, das vom eigenen, vollständig determinierten Handlungsraum erzählt.

Fotos: Bereitgestellt durch Etienne Dietzel