Hugo Pétigny

Hugo Pétigny ist ein französischer Künstler, geboren 1992, uns hat an der Universität Lille, an der Kunsthochschule in Tourcoing und am Studio National des Arts Contemporains in Le Fresnoy studiert. Seine künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit der (Fremd-)Kontrolle von Energie […]

Biographie / Hugo Pétigny

Hugo Pétigny ist ein französischer Künstler, geboren 1992, uns hat an der Universität Lille, an der Kunsthochschule in Tourcoing und am Studio National des Arts Contemporains in Le Fresnoy studiert. Seine künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit der (Fremd-)Kontrolle von Energie und damit, wie man sie sich mithilfe der Kunst wieder mehr zunutze machen kann. Er stellt Fragen über die Themen Elektrizität, Umweltschutz, soziale Rhythmen und Wirtschaft.

Mit seinen Werken schafft Pétigny visuelle und kognitive Erlebnisse, bei denen das Zeitgefühl eine zentrale Rolle spielt. Indem er den gleichmäßigen und geradlinigen Verlauf der digitalen Zeit unterbricht, lädt der Künstler dazu ein, sich mit der lebendigen Welt zu synchronisieren. Seine Arbeitsweise entwickelt sich ständig weiter, besonders im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels, und er arbeitet zunehmend mit Ansätzen, die von Degrowth („Weniger ist mehr“) und einfachen technischen Low-Tech-Lösungen inspiriert sind.

Über das Kunstprojekt

A Time Break ist ein Filmprojekt, das Sonnenenergie nutzt und die Zuschauer dazu einlädt, über die Beziehungen zwischen Arbeit, Zeit und Energie in unserer heutigen Welt nachzudenken. Das Projekt basiert auf der Idee, die Produktivität und damit auch die Arbeitszeit zu reduzieren, um den dringenden Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Durch diese Überlegungen untersucht das Werk, wie sich die sozialen Rhythmen mit dem Übergang zu erneuerbaren Energien verändern.

Der Filmprojektor ist direkt mit einem Solarpanel verbunden, das seine Projektionsgeschwindigkeit in Echtzeit anpasst. Dadurch kann man beobachten, wie Sonnenlicht den Rhythmus der Erzählung beeinflusst.  Der Film zeigt die Arbeit eines Unternehmens, das sich darauf spezialisiert hat, Photovoltaikanlagen kontinuierlich rund um die Uhr zu überwachen. Parallel dazu erforscht das Werk die Interaktion von elektrischen Fischen, die schon im alten Ägypten bekannt waren, und die Lebensrhythmen von Berliner*innen.

„Das Ziel dieses Projekts ist es, eine visuelle und zeitliche Erfahrung zu schaffen, die untersucht, wie sich soziale Rhythmen mit der Entwicklung erneuerbarer Energien entwickeln.‘‘ Der Rhythmus des Films entwickelt sich ständig weiter, moduliert in Echtzeit durch die Intensität des Sonnenlichts, und unterstreicht die mögliche Harmonie zwischen Natur und Technologie. Eine der großen Herausforderungen des Projekts ist die Zugänglichkeit der Produktionsstätten für erneuerbare Energien und zeigt, dass die Vorstellung einer grünen Zukunft bestehende Machtverhältnisse nicht einfach auflöst. Inspiriert von der Arbeit des französischen Philosophen Pascal Michon, stützt sich das Projekt auf dessen Studie über Rhythmen und deren Einfluss auf die menschliche Erfahrung. Darüber hinaus lässt es sich von Free Jazz, Neo-Noir-Filmen und der Solar-Punk-Bewegung inspirieren, die alle ihren eigenen Beitrag zu einer Suche nach der Zukunft leisten.

Photos: Galya Feierman