Julla Kroner erforscht in ihrer künstlerischen Tätigkeit die Frage, wie und warum die Menschheit Storytelling betreibt. Dabei ist eine Geschichte vor allem ein verbindendes Element einer Gesellschaft. Es wird sich auf eine Geschichte geeinigt, deswegen werden sie zu einer Gemeinschaft. […]
Julla Kroner erforscht in ihrer künstlerischen Tätigkeit die Frage, wie und warum die Menschheit Storytelling betreibt. Dabei ist eine Geschichte vor allem ein verbindendes Element einer Gesellschaft. Es wird sich auf eine Geschichte geeinigt, deswegen werden sie zu einer Gemeinschaft. Dabei geht es von Religion zu Gött:innen-Mythen zu Hollywood zu Game of Thrones. Alle Zeitebenen werden dabei einbezogen. Besonders interessieren sie die Punkte, an denen sich die Geschichten verändern, zurückkommen oder wiederholen. Eine Gesellschaft prägt die Art wie wir Geschichten erzählen, aber eine Geschichte prägt auch eine Gesellschaft. Im Vordergrund der Recherche steht immer ein Gedankenexperiment, welches versucht, durch eine Geschichte eine Gemeinschaft oder Community zu schaffen, die nicht ausschließend ist. Die darin erarbeiteten Vorschläge werden in immersiven Performance‐Stücken und Installationen ausgearbeitet. Sie arbeitet meist zusammen mit anderen Künstler*innen aller Sparten und präsentiert ihre Projekte in verschiedenen Räumen von Kunst zu Theater und öffentlichem Raum.
Julla Kroner, geboren 1996 in Duisburg, lebt und arbeitet in Köln. Sie studierte Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 2023 gewann sie den 1. Platz beim Förderpreis Kunst + Kultur Offenburg und erhielt den 3. Platz beim Technologieregion Karlsruhe Preis. Kroner war Stipendiatin des Graduiertenstipendiums des MWK Baden-Württemberg und des Recherchestipendiums des Fonds Darstellende Künste. Ihre Werke wurden in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, darunter in Berlin, München und Düsseldorf.
Über das Kunstprojekt
In ihrem Jahr während des Fresh A.I.R.-Stipendiums wird sich Julla Kroner mit dem Phänomen Orakel in der Geschichte beschäftigen und bis in die Gegenwart reichen. In einem performativen Monolog treffen ein menschliches Wesen und ein Orakel aufeinander und formen dabei eine Geschichte. Das magische Wesen ist etwas, was es schon immer gegeben hat. Vor allem jenes Wesen, welches uns die Zukunft vorhersagt. Die KI als Orakel ist nur ein kleines Glied dieser Kette von Versuchen, Licht in etwas zu bringen, in dem wir nie sein werden – Die Zukunft. Die Performance geht auf die Suche nach Geschichten und wie diese automatisiert werden können, obwohl sie es nicht sollten. Wie Geschichten automatisiert wurden und wie wir das verhindern können. Die Performance ist ein Plädoyer an das gemeinsame, gewaltfreie Geschichtenerzählen.
Fotos: Galya Feierman