Mátyás Tóth

Mátyás Tóth ist ein interdisziplinärer Künstler aus Ungarn, dessen Wurzeln im Theater und Puppenspiel liegen. Der studierte Schauspieler und Puppenspieler erforscht in seiner Arbeit ständig Form, Materialität und Bewegung und verbindet dabei Puppenspiel, visuelle Abstraktion, Videoinstallation und physisches Theater, um […]

Biographie / Mátyás Tóth

Mátyás Tóth ist ein interdisziplinärer Künstler aus Ungarn, dessen Wurzeln im Theater und Puppenspiel liegen. Der studierte Schauspieler und Puppenspieler erforscht in seiner Arbeit ständig Form, Materialität und Bewegung und verbindet dabei Puppenspiel, visuelle Abstraktion, Videoinstallation und physisches Theater, um zum Nachdenken anregende Erfahrungen zu schaffen. Sein Ziel ist es, die Grenzen seiner künstlerischen Projekte zu erweitern, indem er eine visuelle Sprache erforscht, die das Greifbare und das Abstrakte, das Politische und das Persönliche miteinander verbindet.

Sein künstlerisches Schaffen ist in ständigem Wandel, wobei der Künstler sich zuletzt auf Ausstellungen, seine Arbeit an abstrakten Ausdrucksformen und zeitgenössischen Performances konzentriert. Mátyás erforscht die Überschneidung von Puppenspiel, Materialität und Installation, indem er immersive Umgebungen schafft, die die Wahrnehmung herausfordern und zur Selbstbeobachtung einladen. Seine Arbeit erstreckt sich auch auf internationale Bühnen und Galerien, von groß angelegten Theater- und Filmrollen bis hin zu intimen experimentellen Performances und interdisziplinären Ausstellungen. Neben seiner künstlerischen Praxis hat Mátyás partizipatorische Theaterprojekte für benachteiligte Jugendliche geleitet, mit hörbeeinträchtigten Kindern gearbeitet und ein zeitgenössisches Workshop-Konzept entwickelt, das von der japanischen Bunraku-Puppentechnik inspiriert und in einem modernen Kontext neu interpretiert wurde.

Über das Kunstprojekt

Puppet Reality ist ein interdisziplinäres Projekt, das die Auswirkungen von Fehlinformationen, Propaganda und Radikalisierung durch Abstraktion des Mediums Papier, eine immersive Videoinstallation und Performance untersucht. Angeregt durch vermehrt homophobe und transphobe Gesetze in Ungarn – wo kürzlich sogar die Pride-Parade verboten wurde – reflektiert das Projekt über die Absurdität und Entmenschlichung, die durch autokratische Regime verursacht werden. Durch das Experimentieren mit fragilen, formbaren Papiermaterialien wird untersucht, wie die Wahrnehmung durch Propaganda und algorithmusgesteuerte Fehlinformationen geprägt wird. Die interdisziplinäre Installation lädt das Publikum dazu ein, direkt in die Erzählung einzusteigen und die Verzerrung aus erster Hand zu erfahren. Aufbauend auf Mátyás‘ früheren forschungsbasierten, gemeinschaftsorientierten Arbeiten in Taiwan, Ungarn und Japan dient das Projekt als Reflexion über die Macht von Fehlinformationen, die Formbarkeit von Überzeugungen und die dringende Notwendigkeit eines Dialogs über Vielfalt und Widerstand.

Fotos: Galya Feierman