Valeriana Berchicci

Rom / Italien

Valeriana Berchicci, (geb. 1987 in Termoli, Italien) lebt und arbeitet derzeit als Künstlerin und Forscherin in Berlin und Rom. Ihre Forschung ist in der relationalen und konzeptuellen Kunstpraxis verwurzelt und verbunden mit der Theorie der Visual Culture Studies. Angeregt durch die Lehren des Empedokles, agiert die Künstlerin als Vermittlerin zwischen dem Menschen und seiner Wahrnehmungserfahrung. […]

Biographie / Valeriana Berchicci

Valeriana Berchicci, (geb. 1987 in Termoli, Italien) lebt und arbeitet derzeit als Künstlerin und Forscherin in Berlin und Rom. Ihre Forschung ist in der relationalen und konzeptuellen Kunstpraxis verwurzelt und verbunden mit der Theorie der Visual Culture Studies. Angeregt durch die Lehren des Empedokles, agiert die Künstlerin als Vermittlerin zwischen dem Menschen und seiner Wahrnehmungserfahrung. Sie zieht es vor, ihre Arbeiten als Projekte zu bezeichnen, da zur Erforschung des menschlichen Verhaltens verschiedenste künstlerische Methoden angewendet werden.. Für ihre Projekte nutzt sie eine experimentelle Herangehensweise, ein System des Kunstwerks, und arbeitet stets partizipativ unter Anwendung der Reiz-Reaktions-Methode. Zwischen 2013 und heute hat die Künstlerin in mehreren nationalen und internationalen Institutionen ausgestellt, darunter MACRO, MAXXI, die Temple University in Rom, die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, das International Culture Forum 2018 an der Imperial Academy of Arts in St. Petersburg. Sie kollaboriert mit der Akademie der Schönen Künste in Rom, mit dem Künstler Antoni Muntadas, und ist Teil des Expertenteams für das europäische Projekt EU4ART.

Über das Kunstprojekt

Architektonische Abstraktionen, Berlin AA0031 – AA0040 (im Rahmen von AA0000)

Das Projekt ist Teil einer Recherche, die die Künstlerin 2019 im Zuge des laufenden Projekts „AA0000“ begonnen hat. Die Recherche umfasst Bereiche, die sich mit der Wahrnehmung einer Person beschäftigen, die ihren Alltag im städtischen Raum verbringt. Die Künstlerin lädt Menschen zur Stadterkundung ein und studiert die Auswirkungen der geografischen Umgebung auf die Probanden. Nachdem die Teilnehmenden ihre individuelle Stadterkundung mit Videoaufnahmen dokumentiert haben, zerlegt die Künstlerin diese im Studio in die dahinterstehenden visuellen Prozesse. Anschließend übersetzt sie einzelne Bildausschnitte in Malerei und abstrahiert dabei die Orte und Erfahrungen.

In ihrem Projekt umrundet die Künstlerin die Identität eines Spaziergängers, dem „Citywalker“, und präsentiert mithilfe einer Filmtechnik eine dokumentarische Aussage über diese Person:

Aus Videoaufnahmen aus einem städtischen Raum erforscht und überträgt sie deren psychogeographische Realität. Dies geschieht unter Anwendung sogenannter Virtuositäten, mechanischer Bewegungen, die nachzuahmen versuchen, was reale Personen über die Bewegungen des Sehapparates visuell erfassen. Eine Filmtechnik, die der Augenbewegung ähnlich ist, ist der Zoom. In einem Versuchsaufbau, der den Bedingungen der Stadtgesellschaft nachempfunden ist, zeichnet die Künstlerin mit hastigen Bewegungen und Übergängen einen Stadtraum auf. Sie wiederholt die Übung fortlaufend an wechselnden Orten.