IN THE STUDIO mit PAPPAS PÄRLOR

Der Osterhase ist dieses Jahr ein wenig früh dran. Statt langen Ohren und versteckten Eiern, wartet er mit einer langen Mähne auf und hat für URBAN NATION ein paar sehr kreative Kunstwerke in der Nachbarschaft des Museums auf der Bülowstraße versteckt. Wir haben Pappas Pärlor, einen der bekanntesten Street Art Künstler Schwedens, getroffen und ihm ein paar Fragen zu seinen Kunstwerken, seinen Inspirationsquellen und Hobbys gestellt.

Wo kommst du her / wo lebst du aktuell?

Schweden

Pappas Pärlor in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

Ursprünglich habe ich Kunst studiert, aber die meiste Zeit meines Studiums habe ich auf dem Skateboard verbracht. Nachdem ich meinen Abschluss in der Tasche hatte, eröffnete ich unter anderem einen Videospielladen, einen Skate-Shop und dann kamen auch schon meine Kinder. Durch sie fing ich wieder an mich mit dem Thema Kunst auseinanderzusetzen. Wir haben zusammen aus Schmelzperlen kleine Kunstwerke gebastelt. Anfangs war es ein Hobby und eine Möglichkeit konservative Geschlechterrollen aufzubrechen. Meine Kinder haben in der Zwischenzeit das Interesse verloren, aber dank Ihnen habe ich zurück zur Kunst gefunden und mache, was ich mache.

Dein Lieblingsmaterial?

Offensichtlich Schmelzperlen (lacht). Ich habe versucht zu häkeln, es aber wieder aufgeben. Es ist einfach zu zeitintensiv.

Hast du einen Favoriten unter deinen zahlreichen Installationen?

Um ehrlich zu sein: Nein! Ich bevorzuge kleine, minimalistische Installationen, bei denen ich maximal 90 Schmelzperlen nutze und die ich innerhalb von zwei Minuten fertigstellen kann. (Pappas Pärlor zeigt uns auf seinem IG-Profil „Die Simpsons“)

Hast du einen Lieblingskünstler?

Da gibt es sehr, sehr viele. Allerdings möchte ich keinen explizit nennen. Einfach aus der Angst heraus jemanden zu vergessen, der es verdient hätte, genannt zu werden.

Deine größte Inspiration?

Eines meiner Kinder heißt „Zelda“ – offensichtlich sind es Videospiele. Aber ich lasse mich auch häufig von Filmen aus den achtziger Jahren, Dingen die Präsident Trump sagt und tut, inspirieren. Generell versuche ich aktuelle Themen aufzugreifen und in meine Installationen einfließen zu lassen.

Was würdest Du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?

Cool, einen habe ich also noch! Gleichberechtigung für meine Kinder und die Generation, die nach mir kommt.

Wenn Du dich in einen Videospielcharakter verwandeln könntest, wen würdest Du wählen?

Samus Aran aus Metroid. Sie war der erste weibliche Hauptcharakter in einem Videospiel, an den ich mich erinnern kann. Ihr auftauchen im Spiel war eine echte Überraschung, da niemand mit so etwas gerechnet hat. Du spielst das Videospiel das erste Mal durch und am Ende nimmt sie den Helm ab und du siehst, dass der Held des Videospiels eine Frau ist. Unglaublich gut!

Mario oder Bowser?

Ich würde Luigi bevorzugen. Für mich ist er der Klügere, der beiden Brüder. Außerdem mag ich das Bruder-Dilemma.

Pop, Punk oder Electro?

RAP!

Legal vs illegal?

Zuhause in Schweden arbeite ich definitiv legal! Ich habe in meiner Heimatsstadt in den letzten Jahren um die 500 Installationen erstellt. Meine Heimatstadt hatte in den letzten Jahren einige Rückschläge zu verkraften und ich konnte die Einwohner davon überzeugen, dass meine Arbeit etwas Gutes für diese Stadt ist und somit legal. Der Geschäftsführer eines lokalen Unternehmens hat mir sogar die Schlüssel zum Firmengelände gegeben, dort darf ich mich auf einer riesige Fläche so richtig austoben.

Drinnen oder draußen?

Ich komme aus Schweden, somit bin ich sehr stark von den Jahreszeiten abhängig. Dennoch mag ich es extrem draußen zu arbeiten, vor allem im Sommer. Ich habe einmal versucht im Winter bei Minusgraden eine Krümelmonster-Installation fertigzustellen und mir dabei beinahe die Finger abgefroren. Seit dem bleibe ich im Winter artig im Haus, koche stattdessen für meine Familie, spiele Videospiele und erweitere meine mittlerweile 50 Figuren umfassende HEMAN-Sammlung.

Warum nimmst Du am URBAN NATION Community Wall Projekt teil?

Vor ein paar Monaten bin ich mit Yasha (Direktorin von URBAN NATION) in Kontakt gekommen und ich mag sowohl das Museum, als auch das Projekt. Außerdem habe ich die Möglichkeit meine Installationen einer Vielzahl von Menschen außerhalb von Schweden zu zeigen. Dafür bin ich sehr dankbar und sehr froh hier zu sein.

Gibt’s eine Geschichte hinter deinen Installationen für URBAN NATION?

Ich habe mir vorgenommen vier bis fünf, vielleicht auch sechs Installationen zu erstellen. Eine wirkliche Hintergrundgeschichte zu den einzelnen Werken gibt es nicht. Wie ich schon erwähnt habe, lasse ich mich von Videospielen und aktuellen, politischen Ereignissen inspirieren. Haltet also die Augen offen!

Hier ein paar Eindrücke von den Pappas Pärlor´s Installationen für URBAN NATION

 

photos by Nika Kramer

Beteiligte Künstler