Kreativer & Kritischer Eyecatcher – Super A verpasst dem Museum einen einzigartigen Anstrich mit Tiefgang

Das URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART ist seit Mitte Mai um ein Highlight reicher! Der niederländische Künstler Super A hat auf der Fassade des Museums ein surreales Kunstwerk mit Tiefgang geschaffen, dass den Betrachter sowohl visuell, als auch intellektuell begeistern wird.

Der holländische Künstler verblüfft seine Zuschauer gern mit höchst metaphorischen Szenarien.  Oft ähneln die Werke einer Büchse der Pandora, die bei längerer Betrachtung zu einer endlosen Flut von visuellen Bezügen führt. Dies ist ihm definitiv auch bei der Neugestaltung der Außenwand des Museums gelungen!

Das neue Werk in der Bülowstraße 7 mit dem Titel „No Justice, Just Us“ breitet sich über Eck und über mehrere Etagen des Gebäudeturms aus. Super A zeigt in seinem surrealen Sujet die römische Göttin der Gerechtigkeit, Justitia, in Kombination mit Rotkehlchen und Raben, die die Bedeutung des Szenarios um eine weitere metaphorische Ebene erweitern.

Justitia kommt hier nicht als unnahbares göttliches Wesen daher, sondern als brüchiger Hohlkörper, als eine Art Maschinenwesen: Ihr Gesicht, ihr Körper und ihre Gliedmaßen sind fragil, lösen sich auf und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen. Justitia scheint ihrer Funktion enthoben: Rotkelchen (engl. Robin Redbreast) erkunden mutig das antike  Wesen und seine Insignien der Macht, testen die Manipulationsfähigkeit der Waage aus und bilden in ihrer fotorealistischen Anmutung einen Kontrast zur surrealen Figur.

Stellt Super A die Justiz, ihre Entscheidungen und Strukturen auf universaler Ebene in Frage? Oder fordert er den Betrachter auf, auch staatliche Institutionen zu hinterforschen? Sein Weltbild hier scheint positiv: Das für die „Härte“ stehende Richtschwert ist zwar brüchig, junge Triebe sprießen daraus uns stehen für Hoffnung. Die finale Interpretation überlässt der Künstler jedoch dem Betrachter.

photos by Nika Kramer

SUPER A Facade

Beteiligte Künstler