THE URBAN SKIN
- Juni 1, 2026
Pietro Ruffo / Jan Bauer
4. Juli – 18. Oktober 2026
URBAN NATION Projektraum
Bülowstraße 97, 10783 Berlin
Eröffnungsevents:
Artist Talk in der Italienischen Botschaft: Donnerstag, 2. Juli 2026, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung: Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr
Ein Projekt von
Stiftung Berliner Leben / URBAN NATION Museum for Urban Contemporary Art
Kuratiert von
Janine Arndt, Chiara Zampetti Egidi
Schirmherrschaft
Unter der Schirmherrschaft der Italienischen Botschaft in Berlin.


Über die Ausstellung
THE URBAN SKIN betrachtet Architektur als lebendige Oberfläche: geprägt von Zeit, politischen Systemen, Nutzung, Erinnerung, Witterung, Erosion und menschlichem Eingriff. Mauern, Fassaden, Ruinen und urbane Fragmente erscheinen dabei nicht als neutrale Kulissen, sondern als lesbare Körper. Sie zeigen, wie Städte erinnern, wie sie sich verändern und wie Geschichte in Materie sichtbar bleibt.
Die Ausstellung bringt den italienischen Künstler Pietro Ruffo und den deutschen Künstler Jan Bauer zusammen. Beide verstehen Architektur nicht als statisches Objekt, sondern als Träger historischer, politischer, ökologischer und kultureller Bedeutung. Ihre Werke laden dazu ein, die Stadt und ihre Oberflächen als Archiv zu lesen: als Gefüge aus Schichten, Spuren, Brüchen und Transformationen.
Gemeinsam eröffnen Ruffo und Bauer einen Dialog zwischen Rom und Berlin, Antike und Gegenwart,
Monument und Erosion. Als Projekt im URBAN NATION Projektraum verbindet THE URBAN SKIN kunsthistorische, architektonische und urbane Perspektiven mit der Gegenwart urbaner Kunst. Die Ausstellung erweitert den Blick von Street Art und Urban Contemporary Art: Nicht nur das Bild auf der Wand zählt, sondern die Wand selbst als historische, soziale und politische Oberfläche. Sie knüpft unmittelbar an die Geschichte Berlins als Stadt der Mauern, Brandwände, Graffiti, Plakate, Übermalungen und temporären Zeichen an. Die Impulse aus den Arbeiten von Pietro Ruffo und Jan Bauer werden im Resonanzlabor aktiv weitergeführt.
Architektur als Erinnerung
Der Titel THE URBAN SKIN verweist auf die Vorstellung, dass die Stadt eine Oberfläche besitzt, die niemals bloß dekorativ ist. Wie Haut ist sie exponiert, verletzlich und reaktionsfähig. Sie registriert Berührung, trägt Narben und nimmt Zeit auf.
In der Ausstellung wird Architektur zu einem Medium, durch das kulturelle, historische, politische und ökologische Prozesse sichtbar werden. Gebaute Strukturen erscheinen nicht nur als Monumente oder funktionale Räume, sondern als offene Archive: geschichtet, instabil und immer wieder neu lesbar.
Rom erscheint dabei als paradigmatische Stadt der Schichten: ein Ort, an dem Ruinen, Monumente, Machtstrukturen, Natur und urbanes Leben ineinandergreifen. Berlin tritt als anderes, ebenso vielschichtiges Archiv hinzu: geprägt von Brüchen, Wiederaufbau, ideologischen Oberflächen, temporären Nutzungen und fortlaufendem Wandel. Zwischen beiden Städten entfaltet THE URBAN SKIN eine übergeordnete Frage: Wie können urbane Oberflächen helfen, Geschichte in der Gegenwart zu verstehen?
Zwei künstlerische Perspektiven
Pietro Ruffo arbeitet mit Zeichnung, Papierschnitt und Kartografie. Seine Werke setzen sich aus visuellen und semantischen Schichten zusammen: geografische Systeme, Landschaften, Konstellationen und geometrische Ordnungen überlagern einander. Im Kontext von THE URBAN SKIN öffnet seine Praxis eine historische und planetarische Perspektive auf Architektur. Die Stadt erscheint als Teil größerer Zusammenhänge von geologischer Zeit, politischer Imagination und kollektivem Gedächtnis.
Jan Bauer nähert sich der Architektur durch genaue Beobachtung, ein Gespür für Details und Materialsensibilität. Seine Zeichnungen und Malereien konzentrieren sich auf Oberflächen, Fragmente und archivische Strukturen. Sie fragen, was lesbar bleibt, wenn Bilder, Gebäude oder Dokumente beschädigt, transformiert oder aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst werden. In seinem Werk wird die Oberfläche zu einem Feld der Beobachtung: präzise, verletzlich und von Zeit aufgeladen.
Begleitende Formate
Die Ausstellung wird durch zwei Formate begleitet, die den Projektraum zu einem Ort des Betrachtens,
Forschens und Mitgestaltens machen.
Resonanzlabor
Ein kuratierter Lese- und Referenzbereich versammelt Publikationen zu Architektur, Rom, Berlin, Ruinen, Stadtgeschichte, visueller Kultur, Ökologie, Erinnerung und Anthropozän. Das Resonanzlabor erweitert die Ausstellung zu einem Raum vertiefender Reflexion und verbindet die künstlerischen Positionen mit größeren kulturellen und theoretischen Zusammenhängen. Es lädt BesucherInnen dazu ein, sich den visuellen Fragen der Ausstellung durch Zeichnung, Bildanalyse und praktische Experimente zu nähern und übersetzt die Idee der urbanen Oberfläche in ein zugängliches, handlungsorientiertes Format. So entsteht ein wachsendes Resonanzarchiv, das individuelle Wahrnehmungen Berlins sammelt. Als besonderes historisches Fundament werden dort fünf originale Radierungen von Piranesi zu sehen sein. Sie dienen neben ausgewählten Büchern und Materialien aus dem Bestand von URBAN NATIONs Martha Cooper Library als Impulsgeber zur eigenen Reflexion, zum Lesen, Schreiben und Zeichnen.
“Bunte Gesichter der Antike” – Workshop mit Jan Bauer
Im Rahmen der Ausstellung bietet Jan Bauer einen Workshop für Kinder und Jugendliche an, der die Themen der Ausstellung spielerisch in eine eigene Bildpraxis überführt. Ausgangspunkt ist die Frage: Wie sah die Antike wirklich aus? Viele verbinden antike Skulpturen bis heute mit weißem Marmor. Tatsächlich waren Tempel, Statuen und Figuren in der Antike häufig farbig bemalt.
Ausgehend von Gesichtern antiker Skulpturen aus der Berliner Antikensammlung gestalten die Teilnehmer eigene farbige Porträts. Mit vorbereiteten Linolschnittschablonen, kräftigen Farben und einfachen Drucktechniken entstehen vielschichtige Gesichter zwischen antiker Skulptur, urbanem Stencil, Maske und zeitgenössischem Character Design. So wie städtische Oberflächen Spuren des Wandels und der Neuinterpretation tragen, lädt der Workshop die Teilnehmenden dazu ein, zu untersuchen, wie unser Verständnis der Antike durch sich wandelnde historische Perspektiven und visuelle Vorstellungswelten geprägt wird.
Termine werden bekannt gegeben.
Impressum
AUSSTELLUNG
Idee und Konzept
Janine Arndt
Chiara Zampetti Egidi
Kuratorisches Team
Janine Arndt
Chiara Zampetti Egidi
Ausstellungsgestaltung
Janine Arndt
Ausstellungsproduktion
Fairnatic GmbH
Hirschberg Studios GmbH
Lektorat
Sophia Lux
RESONANZLABOR
Szenografie, Konzept und Umsetzung
Juliane Bünsche
Kunstpädagogisches Konzept
Janine Arndt
Das Resonanzlabor wurde mit freundlicher Unterstützung der Martha Cooper Library entwickelt.
Die Drucke von Giovanni Battista Piranesi wurden freundlicherweise von einer Berliner Privatsammlung zur Verfügung gestellt.
Wir danken allen, die an der Ausstellung mitgewirkt und sie unterstützt haben – auch den namentlich nicht genannten.
Pressearbeit und Social Media
Presse: Alexandra Saheb; alexandrasaheb@gmx.de
Social Media: Dr. Constanze von Marlin; pr@urban-nation.com
Hier das Pressekit THE URBAN SKIN herunterladen (zip-Ordner, 22 MB)

Besucherinformationen
Ort
URBAN NATION Projektraum
Bülowstraße 97
10783 Berlin
Ausstellungszeitraum
4. Juli – 18. Oktober 2026
Öffnungszeiten
Dienstag und Mittwoch 11 – 18 Uhr
Donnerstag bis Sonntag 13 – 20 Uhr
Montags geschlossen.
Eintritt: frei