Jivan van der Ende (1993, NL) ist eine multidisziplinäre bildende Künstlerin. Ihr künstlerisches Schaffen besteht aus Performances, Installationen und Druckarbeiten. Ein wichtiges Thema in Jivan van der Endes Arbeit ist die Art und Weise, wie wir menschliche Körper betrachten und […]
Jivan van der Ende (1993, NL) ist eine multidisziplinäre bildende Künstlerin. Ihr künstlerisches Schaffen besteht aus Performances, Installationen und Druckarbeiten. Ein wichtiges Thema in Jivan van der Endes Arbeit ist die Art und Weise, wie wir menschliche Körper betrachten und dessen soziale und politische Implikationen. Sie studierte Bildende Kunst an der KASK in Gent und von 2022-2023 an der HISK in Belgien. Sie war Artist in Residence bei M Leuven, Frans Masereel Centrum und derzeit bei Fresh AIR in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in Belgien u. a. bei LLS Paleis, Lichtekooi Artspace, Galeria Jaqueline Martins (Martins & Montero), Playground Festival, M Leuven, SB34, WIELS Art Book Fair und C-Mine sowie international bei P////AKT (Amsterdam), einBuch.haus (Berlin) und der Ulay Foundation (Ljubljana) gezeigt.
Über das Kunstprojekt
In ihrem Projekt „High Visibility“ (Hohe Sichtbarkeit) untersucht Jivan van der Ende den Ausdruck von Geschlechteridentität, Objektivierung und die Kommerzialisierung des arbeitenden Körpers in der kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft. Durch Kooperationen, Cross-Dressing und die Erkundung der sogenannten Camp-Ästhetik diskutiert sie die Art und Weise, wie wir Körper betrachten, mit Profi-Wrestlerinnen und Personen der „Workie“-Community, einer queeren Fetisch-Community, die sich der Berufsbekleidung und ihren Träger*innen widmet. Während ihres Aufenthalts bei Fresh A.I.R. in Berlin übersetzt Jivan ihre Recherchen in Kostüme, performative Aktionen und Videoarbeiten.
Statement der Künstlerin:
„In meiner Praxis, die hauptsächlich aus Performances und Installationen besteht, analysiere und seziere ich die Symbole von Machtstrukturen und sozialen Konstruktionen. Wie werden (und wurden) Kombinationen aus Farbe, Material und Textur mit diesen Symbolen in Verbindung gebracht? Indem ich ihren Machtstatus in Frage stelle, de-kontextualisiere ich ihre auferlegten Bedeutungen und lasse Raum für Imagination.
Meine eklektische Methode basiert auf endlosem Suchen, Sammeln, Dokumentieren, Kombinieren, Wiederverwenden und Forschen. Daher ist meine Arbeit eher eine Praxis als eine Produktion von Dingen. Das Werk ist kein statisches Artefakt, sondern wird durch verschiedene Bedingungen geformt: Darsteller*innen, Besucher*innen, architektonische Bedingungen (und/oder Kostüme), die zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammenkommen. Ich strebe eine intime Begegnung zwischen Werk und Besucher*in an, bei der die eigene Intention oft die Bedeutung des Werks beeinflusst. Der Ausstellungsraum wird so zu einer spielerischen Umgebung, in der es möglich ist, das Experiment sowohl als ‚Werk‘ zu deklarieren (und die damit verbundenen Risiken zu akzeptieren) als auch die Erwartungshaltung eines echten und partizipativen Publikums zu verstehen.“
Fotos: Galya Feierman