Die italo-argentinische Künstlerin Lena Becerra (geb. 1994) arbeitet mit verschiedensten Medien. Ihre chirurgisch angeordneten Ökosysteme laden zum Nachdenken über alternative Formen des sozialen Gefüges im embryonalen Stadium ein, wo das Unheimliche und das Erhabene als Teil eines zyklischen Aufrufs zur […]
Die italo-argentinische Künstlerin Lena Becerra (geb. 1994) arbeitet mit verschiedensten Medien. Ihre chirurgisch angeordneten Ökosysteme laden zum Nachdenken über alternative Formen des sozialen Gefüges im embryonalen Stadium ein, wo das Unheimliche und das Erhabene als Teil eines zyklischen Aufrufs zur Wiedergeburt zusammentreffen. Derzeit dreht sich ihre künstlerische Praxis um poetische Annäherungen an das soziale Netz, insbesondere die Erforschung der empfindlichen Schichten des Xenofeminismus.
Lena hat einen Bachelor-Abschluss in Bildender Kunst an der Nationalen Universität von La Plata in Buenos Aires, Argentinien, und spezialisierte sich auf Neue Medien, Installationen und Skulpturen an der Santa Reparata International School of Art in Florenz, Italien. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen in Italien, Argentinien, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Australien zu sehen.
Über das Kunstprojekt
Statement der Künstlerin: „Weaving black nests under the skin ist eine philosophische Erkundung von Zwischenwesen, gliederfüßerähnlichen Organismen und ihren embryonalen Veränderungen. Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und Hybridisierung hinterfragt diese Arbeit die Illusion des Getrenntseins und bezieht die Zyklizität mit ein. In der Natur existiert diese konzeptuelle Verbindung sowohl in Form von schwangeren/trächtigen Organismen als auch, am anderen Ende des Spektrums, in den Verfallsstadien biologischer Materie. Prosthetische Wesen, die in Gläsern mit Formaldehyd schweben, verwischen die Grenzen zwischen biologischer Unvermeidbarkeit und spekulativem Potenzial. Indem ich neue Verwandtschaftsverhältnisse mit den „Oddkin“* imaginiere, möchte ich – zumindest für eine Weile – alternative Weltanschauungen anregen, in denen lineare Erzählungen über Leben, Fortschritt und Tod durch solche über eine hybride, zyklische Existenz ersetzt werden können.“
* Making „Oddkin“ ist eine Wortneuschöpfung der Wissenschaftlerin und Autorin Donna Haraway und beschreibt die Notwendigkeit der Menschheit, sich für den Fortbestand von Leben auf unserem Planeten artenübergreifend in unerwarteten Kollaborationen und Kombinationen mit nicht-menschlichen Spezies zu verbinden.
Fotos: Galya Feierman