Eröffnung „MARTHA COOPER: TAKING PICTURES“

Freitag 02.10.2020 – 04.10.2020

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URBAN NATION, Bülowstraße 7, 10783 Berlin

Mit „Martha Cooper: Taking Pictures“ präsentiert das URBAN NATION Museum die weltweit umfassendste Retrospektive des fotografischen Werks Martha Coopers. Die Ausstellung zeichnet mithilfe von Fotografien und persönlichen Gegenständen Coopers Leben nach – angefangen von ihrer ersten Kamera im Jahr 1946 bis hin zu ihrem heutigen Renommee als Fotografin.

Martha Cooper beginnt in den 1970er Jahren die – damals noch gar nicht unter eben jenem Namen bekannte – Graffiti- und Hip-Hop-Bewegung zu dokumentieren. Die junge Frau, die zu dieser Zeit als erste weibliche Fotografin für die New York Post im urbanen Gewirr New Yorks unterwegs ist, spürt intuitiv: Hier geschieht etwas, das es wert ist, festgehalten zu werden. Heute blicken wir auf ein sechs Jahrzehnte umfassendes Gesamtwerk zurück, zurück das eindrücklich den Zeitgeist einer kulturellen Strömung konserviert und somit die Denk-und Fühlweise einer ganzen Generation fotografisch festhält.

„Historische Bewahrung ist mein Ding. […] Ich bin immer auf der Suche nach einem Bild, das in der Zukunft von Interesse sein könnte – einem Foto, das seine Zeit repräsentiert.“ Martha Cooper

 

MARTHA COOPER: TAKING PICTURES setzt neue Akzente

Die Retrospektive im URBAN NATION Museum ist die erste Foto- und Dokumentarausstellung des Hauses. Mit „Martha Cooper: Taking Pictures“ werden unter Direktor Jan Sauerwald neue Akzente innerhalb des Museumsprogramms gesetzt. Durch die Expertise der Kuratoren Steven P. Harrington und Jaime Rojo (Brooklyn Street Art) und dank der engen Zusammenarbeit mit der Künstlerin selbst entstand eine außergewöhnliche Ausstellung.

Martha Cooper: Taking Pictures

Harlem, NYC 1982. © Martha Cooper

Gemeinsam mit Henry Chalfant publizierte Martha Cooper 1984 das richtungsweisende Buch „Subway Art“, das heute als die „Bibel des Graffiti“ gilt und der damals neuartigen Kunstbewegung der Urban Art zum Durchbruch verhalf. Die darin enthaltenen Fotografien dokumentieren die verborgene Subkultur junger Graffiti-Künstler*innen und ihrer illegalen Kunstwerke auf tausenden Zügen in New York City. Aus heutiger Sicht stellt die Veröffentlichung des Bildbands einen Meilenstein der zeitgenössischen Fotografie-Geschichte in Bezug auf die Dokumentation von Graffiti und Streetart dar. In der Ausstellung werden die ikonischen Fotografien aus „Subway Art“ gezeigt. Zudem liegt das originale und umfangreiche Musterbuch aus.

 

Einblicke in Martha Coopers private Archive

Neben ihrer dokumentarischen Tätigkeit pflegte Martha Cooper zahlreiche Freundschaften mit Graffitikünstler*innen aus aller Welt. Unter ihnen befanden sich zum Beispiel Keith Haring oder Jean-Michel Basquiat, deren Anfänge in der Streetart liegen und die im Laufe ihrer Karrieren einen wichtigen Beitrag zum Kunstdiskurs der Postmoderne leisteten. Personalisierte Zeichnungen und Fotografien zeugen von diesen Verbindungen und sind in der Ausstellung zu entdecken. Die Besucher*innen erhalten exklusive Einblicke in Skizzen-, Tage- und Sammelbücher der Fotografin sowie in ihre Archive. Mithilfe teilweise sehr persönlicher Exponate aus der privaten Sammlung Martha Coopers werden ihre größtenteils analogen Aufnahmen und deren kulturgeschichtliche Relevanz tiefergehend kontextualisiert.

Martha Cooper: Taking Pictures

Chris Stain vor seinem Mural, inspiriert vom Martha Coopers Foto, Coney Art Walls, Coney Island, Brooklyn, NYC 2017. © Martha Cooper

Martha Coopers Fotografien reihen sich in ihrer „snapshot aesthetic“ und durch die Wahl der unprätentiösen Motive und Bildobjekte in eine Linie mit den Arbeiten anderer Dokumentaristen wie Robert Frank oder Manuel Rivera-Ortiz‘ ein. Ihre poetisch-dokumentarischen Bilder erfassen das Wesen der Sache ohne einzugreifen oder vorzutäuschen:

„Ich ziehe die Bezeichnung ‚Dokumentarfotografin‘ vor, weil ich versuche, realistische Dokumente zu schaffen. Ich stilisiere nicht oder verfälsche Kamerawinkel oder Lichtverhältnisse.“ Martha Cooper

 

Martha Cooper, die Weltenbummlerin

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Martha Coopers zahlreichen Reisen. Die dabei entstandenen Fotografien aus dem Senegal, Suriname oder den Philippinen waren teilweise von großen Geografie- und Reisezeitschriften wie etwa dem GEO Magazin beauftragt. Einem Großteil der dabei entstandenen Momentaufnahmen würde die Bezeichnung „Auftragsarbeit“ jedoch keinesfalls gerecht werden. Vielmehr kommt auch hier wieder Martha Coopers Drang nach Recherche, Aufzeichnen und Bewahren zum Ausdruck. Die aus diesen Reisen resultierende Werkgruppe umspannt einen Zeitraum von den 1980er Jahren bis heute. Die Bilder gewähren einen respektvollen Einblick in den Alltag der portraitierten Menschen, verweisen aber auch auf persönliche Erlebnisse und Erinnerungen, die das Leben der Fotografin geprägt haben.

Martha Cooper: Taking Pictures

Frauen tragen Tontöpfe, Madras, India 1965. © Martha Cooper

Martha Coopers fotografische Praxis, ihre Neugier und ihre Freude an Abenteuern stiftet uns ein Oeuvre voller Facetten und Charakter. Viele ihrer Fotoaufnahmen dienten und dienen zahlreichen Künstler*innen aus aller Welt als Vorlage für eine individuelle Auseinandersetzung und Interpretation im Rahmen der eigenen künstlerischen Arbeit. 35 dieser „Remixe“ sind erstmals in der Ausstellung zu sehen.

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Essays von: Carlo McCormick, Steve P. Harrington und Jaime Rojo, Sean Corcoran, Susan Welchman, Akim Walta, Nika Kramer und Jan Sauerwald.

 

Aufgrund der Corona-Regelungen und der Ungewissheit, welche weiteren Maßnahmen in Zukunft ergriffen werden müssen, um die Gesundheit unserer Besucher*innen und Mitarbeiter*innen gewährleisten zu können, müssen wir uns auf ein „Soft-Opening“ im Rahmen des Eröffnungswochenendes vom 02. bis 04. Oktober 2020 einstellen.

Einen Livestream des ersten Abends des Eröffnungswochenendes mit Interviews und Dokumentationsmaterial finden Sie ab 20:00 Uhr unter www.urban-nation.com/livestream.

 

Eröffnungs-Wochenende

Eröffnung:

Freitag, 02.10.2020: 20 – 23 Uhr

Verlängerte Öffnungszeiten:

Samstag, 03.10.2020: 10 – 22 Uhr

Sonntag, 04.10.2020: 10 – 20 Uhr

Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass der letzte Einlass jeweils 30 Minuten vor der Schließung erfolgt. Aufgrund der fortwährenden Situation ist der Besuch im Museum vorerst nur eingeschränkt möglich. Maximal 60 Besucher*innen dürfen sich aktuell gleichzeitig im Museum aufhalten.

 

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Die Ausstellung findet statt im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography

EMOP

Das im Kontext der Ausstellung stattfindende Kunstvermittlungs-Projekt „Spiel Straße“ mit einer 5. Klasse der Otto-Wels-Grundschule Kreuzberg wird gefördert aus Mitteln des Projektfonds Kulturelle Bildung Berlin des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg