C-Wall von VIDAM
- COMMUNITY WALL
- Oktober 8, 2025
Das Wandbild World Upside Down von VIDAM zeigt eine anthropomorphe Figur, die kopfüber in einem leeren Raum schwebt. Dieses Motiv dient als visuelle Metapher für die derzeitige Orientierungslosigkeit in Zeiten von Krieg, wirtschaftlicher Unsicherheit, den Auswirkungen künstlicher Intelligenz und Klimakatastrophen. Das Bild integriert somit eine kritische Perspektive auf aktuelle gesellschaftliche Spannungen. Es spiegelt Gefühle angesichts globaler Krisen und politischer Umbrüche wider, in denen herkömmliche Gewissheiten zunehmend infrage gestellt werden.
Formal basiert das Werk auf einem über viele Jahre entwickelten Zickzackstil, den VIDAM als „kubistischen Pop-Surrealismus“ bezeichnet. Kurven und weiche Formen werden weitgehend vermieden und durch gerade Linien und scharfe Winkel ersetzt. Diese Gestaltungselemente symbolisieren eine zunehmend aggressive und bedrohliche Weltlage. Gleichzeitig wird ein bewusster Kontrast zwischen dem scheinbar humorvollen, surrealen Thema und der gestischen Schärfe der Form geschaffen, der Spannung und Irritation erzeugt.
Das Zusammenspiel von Thema und Form macht World Upside Down zu einem Beitrag zum Kontext urbaner Wandmalerei und Pop-Surrealismus, der öffentliche Räume nutzt, um subjektive Wahrnehmung mit kollektiven Krisenerfahrungen zu verbinden. Das Werk regt somit zum Nachdenken über die aktuellen Verhältnisse und die Rolle des Individuums in Zeiten tiefgreifender Umbrüche an.
Foto: Nika Kramer
