Martha Cooper: Taking Pictures

Mit „Martha Cooper: Taking Pictures“ präsentiert das URBAN NATION Museum die bisher erste umfangreiche Retrospektive des fotografischen Werks Martha Coopers. Mithilfe von Fotografien und persönlichen Gegenständen zeichnet die sechs Jahrzehnte umfassende Ausstellung Martha Coopers Leben nach und würdigt sie als wichtige Dokumentaristin der weltweiten Urban-Art-Bewegung.

NEUE AKZENTE

Die Retrospektive im URBAN NATION Museum ist die erste Foto- und Dokumentarausstellung des Hauses. „Martha Cooper: Taking Pictures“ setzt neue Akzente im Museumsprogramm. Die Kuratoren Steven P. Harrington und Jaime Rojo (Brooklyn Street Art) haben in enger Zusammenarbeit mit Martha Cooper eine multimediale Ausstellung geschaffen, in der künstlerische Arbeiten und dokumentarisches Material gegenübergestellt werden.

Die Besucher*innen erhalten einen exklusiven Einblick in Martha Coopers Sammlung von Skizzenbüchern (sogenannten „Black Books“) und Erinnerungsstücken sowie in ihr umfangreiches Fotoarchiv. Zahlreiche Objekte aus ihrer persönlichen Sammlung kontextualisieren ihr Werk und seine kulturhistorische Relevanz.

 

Martha Cooper: Taking Pictures

 

GRAFFITI UND HIP-HOP

In den späten 1970er Jahren begann Martha Cooper mit der Dokumentation von Graffiti und Hip-Hop, einer Strömung, die bis dahin noch nicht unter diesem Namen bekannt war. Während sie ab 1977 als erste weibliche Fotografin bei der New York Post arbeitete, entwickelte sie ein Gespür für diesen kulturgeschichtlich wichtigen Moment. Vierzig Jahre später zeigt sich, dass es ihr mit ihren Fotografien auf eindrucksvolle Weise gelang, den Zeitgeist festzuhalten und der Urban-Art-Bewegung ein bleibendes Denkmal zu setzen.

„Historische Bewahrung ist mein Ding. […] Ich bin immer auf der Suche nach einem Bild, das in der Zukunft von Interesse sein könnte – einem Foto, das seine Zeit repräsentiert.“ – Martha Cooper

 

Ausstellung Martha Cooper Urban Nation

SUBWAY ART

Gemeinsam mit Henry Chalfant publizierte Martha Cooper im Jahr 1984 das Buch „Subway Art“, das heute als die „Bibel des Graffiti“ gilt und der damals neuartigen Kunstrichtung zum Durchbruch verhalf. Die darin enthaltenen Fotografien dokumentieren die verborgene Subkultur junger Graffiti-Künstler*innen und ihrer illegalen Kunstwerke auf Tausenden Zügen in New York City. Aus heutiger Sicht ist die Veröffentlichung des Bildbands ein Meilenstein der zeitgenössischen Fotografie-Geschichte in Bezug auf die Dokumentation von Graffiti und Streetart. In der Ausstellung wird neben den ikonischen Fotografien aus „Subway Art“ das Original des Prototyps gezeigt, mit dem sich Chalfant und Cooper bei zahlreichen Verlagen um Veröffentlichung bewarben.

 

Subway Art Buch Martha Cooper

 

NEW YORK CITY UND STREET PLAY

Martha Coopers Aufgabenbereich bei der New York Post war vielfältig. Er reichte von der Dokumentation von Straftaten über Aufnahmen berühmter Persönlichkeiten bis hin zu sogenannten „Weather Shots“. Dabei handelt es sich um eine Serie von Einzelbildern, die als ganzseitige Abbildungen in der Zeitung erscheinen. Die bankrotte Stadt war gezeichnet von Armut und Elend. Gleichzeitig öffnete sich aber eine Fülle an Freiräumen für jene Menschen, die sich die Stadt kreativ aneigneten. Die Fotografin legte ihren Fokus darauf, das Lebensgefühl in New York City in den 1970er Jahren einzufangen. Viele der Bilder aus dieser Zeit sind in der Ausstellung zu entdecken.

Während einer Reise nach Haiti fotografierte Martha Cooper 1978 erstmals Kinder beim Spiel auf der Straße mit aus Fundstücken gebauten Spielzeugen. Zurück in New York suchte Martha Cooper am Ende jeder Schicht für die New York Post nach Motiven, mit denen sie ihre analogen Filme füllen konnte. Ein für sie wichtiges Subjekt waren auch hier Kinder, die ohne Aufsicht von Erwachsenen fantasievoll spielten. Fortan verfolgte Cooper dieses Thema in Manhattans Lower East Side sowie in vielen anderen Ländern der Welt.

 

Fotografien von Martha Cooper

 

SOWEBO/SOWETO

Die fotografische Gegenüberstellung des Viertels Sowebo (Abkürzung für Southwest Baltimore) in ihrer Heimatstadt Baltimore und der Siedlung Soweto (Southwest Township)

im südafrikanischen Johannesburg ist eines der zahlreichen Projekte, das von Martha Coopers ethnologischem Studium beeinflusst ist. Sie erkannte die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Gemeinden und machte diese zum Hauptthema dieser 10 Jahre umfassenden Bildreihe:

„Der Alltag auf den Straßen, Nachbarn, die sich zu Grillabenden versammeln, und Kinder, die mit Spielzeug ohne Batterien spielen genau das ist es, was ich fotografisch einfangen möchte. Für mich legen diese Orte Zeugnis ab von einem unbezähmbaren menschlichen Gemeinsinn, der sich selbst angesichts überwältigender Widerstände durchzusetzen vermag.“ – Martha Cooper

 

Urban Nation Ausstellung Martha Cooper

ARTISTS AT WORK

Im Laufe der Jahre hat Martha Cooper mit zahlreichen Künstler*innen aus der ganzen Welt zusammengearbeitet. Ein Beispiel ist Keith Haring, der sich, den Praktiken von Graffiti-Writern folgend, den öffentlichen Raum aneignete und als einer der Ersten die Streetart-Bewegung anstieß. Im Vordergrund stand für Cooper dabei nicht das abgeschlossene Werk, sondern die Dokumentation der Arbeitsweise, der Techniken und Materialien. Zahlreiche Kunstwerke und Fotografien bezeugen diese Verbindungen und sind in der Ausstellung erstmalig zu sehen.

 

Bilder von Stree Art Künstlern

 

MARTHA REMIXED

Ein Teilbereich präsentiert in einer Gruppenausstellung 35 künstlerische Arbeiten, sogenannte „Remixe“. Diese wurden von Künstler*innen auf der Basis von Martha Coopers Fotografien, aber auch als Hommage auf sie und ihr Werk erstellt. Sie verdeutlichen den enormen Einfluss, den Martha Coopers Arbeiten auf Künstler*innen aus verschiedenen Generationen und Stilrichtungen der Urban-Art-Szene ausüben.

 

Wandbild Seth Urban Nation

MURAL VON SETH

Der französischen Streetart Künstler SETH hat eigens für die Ausstellung ein zweistöckiges Wandbild im Inneren des Museums kreiert, das die Kapitel „Street Play“ und „Martha Remixed“ eindrucksvoll miteinander verbindet. Das großformatige Mural stellt die neueste Zusammenarbeit zwischen Martha und SETH dar, die eine langjährige Freundschaft verbindet.

 

Selina Miles Videoinstallation Urban Nation

INSTALLATION VON SELINA MILES

Die australische Filmemacherin Selina Miles begleitete Martha Cooper über ein Jahr hinweg für ihren Dokumentarfilm „Martha: A Picture Story“, der 2019 beim Tribeca Filmfestival in New York Premiere feierte. Eigens für die Ausstellung entwickelte Miles die Videoinstallation mit dem Titel „The Rushes“ aus vormals unveröffentlichten Szenen, die einen Einblick in Martha Coopers (Arbeits-)Alltag geben. Der Videotunnel bietet den Besucher*innen die Möglichkeit, Martha Cooper als Person zu erleben und ihr näherzukommen.

Beteiligte Künstler*innen:

Cey Adams, AFRO, Andres Art, Blanco, Mark Bodé, Bordalo II, Buster, C215, Carja, Victor Castillo, Cosbe, Daze, Jane Dickson, Owen Dippie, Ben Eine, Shepard Fairey, Freedom, Fumakaka, Futura, Grotesk, Logan Hicks, HuskMitNavn, Japao, James Jessop & Dscreet, Nicolas Lacombe, Justen Ladda, Lady Aiko, Lady Pink, The London Police, Mantra, John „Crash“ Matos, Nazza, Nunca, Okuda, Os Gêmeos, Alice Pasquini, Phlegm, Pixel Pancho, Dr. Revolt, Seth Globepainter, Skeme, Skewville, Skolas, Chris Stain, Tats Cru (Bio, BG183 and Nicer), Vhils, Ernest Zacharevic.

Photo Credits: Bilder 1,2,4,5,6,7 by Nika Kramer / Bild 3+8 by Victoria Tomaschko


VIDEO VON DER ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG

 

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MEDIAPARTNER

 

tipBerlin Logo

Die Ausstellung findet statt im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography

Das im Kontext der Ausstellung stattfindende Kunstvermittlungs-Projekt „Spiel Straße“ mit einer 5. Klasse der Otto-Wels-Grundschule Kreuzberg wird gefördert aus Mitteln des Projektfonds Kulturelle Bildung Berlin des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg.

 

 


WEITERE INFORMATIONEN ZUR AUSSTELLUNG

 

AUSSTELLUNGSTEAM

Leitung des Museums, Projektleitung

Jan Sauerwald, Stiftung Berliner Leben

Kuratoren

Steven P. Harrington, Jaime Rojo

Projektmanagement

Christiane Pietsch, Stiftung Berliner Leben

Ausstellungsproduktion

Michelle Houston, Reinaldo Verde, Samuel Walter, Florian Groß und Team YES, AND… Productions GmbH, Berlin

Ausstellungsarchitektur und Ausstellungsdesign

Malte Schurau, Carsten Cielobatzki, Tobias Kunz, Studio TK, Berlin, sowie

Michelle Houston, Reinaldo Verde, YES, AND… Productions GmbH, Berlin

Ausstellungsgrafik

Annette Dooman, Jean-Paul Laue, Studio TK, Berlin

Fotodruck

XL-Digitaldruck, Berlin

Großformate

Annette Herwegh

Rahmungen

Lovely Projects, Berlin

Hängung

Zehnpfennig+Weber, Berlin

Ausstellungsbau

Jens Rüberg und Fairnatic GmbH, Berlin

Pressearbeit

Nancy Henze, Gewobag AG

Onlinekommunikation

Beatrice Lindhorst, Steve Fiedler, Gewobag AG,

sowie Nicola Petek

Vertragsmanagement

Sophia Lux, Stiftung Berliner Leben

Finanzmanagement

Aune Tette, Jutta Zander, Stiftung Berliner Leben