„Hier & Jetzt“ – eine Wand von Maja Hürst

  • by Team Urban Nation

Wissenschaft, Forschung und Urban Art – diese drei Komponenten ergeben in der neuen Arbeit der Schweizer Künstlerin Maja Hürst ein wunderbares Gesamtbild, das inhaltlich und ästhetisch nicht nur eine Jury überzeugte, sondern auch ganz den Geschmack der Bewohner*innen der Amrumer Straße 16 trifft. Dort befindet sich dieses Kunstwerk im gemeinsamen Aufenthaltsraum.

Die Amrumer Straße 16 im Berliner Stadtbezirk Wedding, unweit er Beuth Hochschule und des Virchow Klinikums, ist ein Neubau der Gewobag, der speziell für Studierende konzipiert und realisiert wurde. Seit März 2019 leben und wohnen hier 15 Studentinnen und Studenten in einem modernen Wohnumfeld, das nur ein Manko hatte – diesem Gebäude fehlte Farbe! Aus diesem Grund sprachen die Gewobag, die Stiftung Berliner Leben und Jan Sauerwald, Leiter des URBAN NATION Museums, gezielt Künstler*innen der Urban und Street Art an und luden sie ein, eine themenbezogene Arbeit für einen Innenraum in diesem Gebäude zu konzipieren. Gemeinsam mit Lola Stutz, Studierende und Bewohnerin des Hauses, die neben Dr. Anne Schmedding von der Stiftung Berliner Leben und Museumsleiter Jan Sauerwald Teil der Jury war, fiel die Wahl auf den Entwurf der Künstlerin Maja Hürst. Ihr Konzept überzeugte am meisten. Die Entscheidung der Jury fiel einstimmig aus.

„HIER & JETZT“ – Forschen und Arbeiten im digitalisierten Zeitalter

Die Künstlerin über die Idee hinter dem Kunstwerk und dessen Bedeutungsebenen:

„Mit meinem Wandbild möchte ich das ‚Hier und Jetzt‘ in den Fokus rücken und den Blick in die Zukunft den Studierenden überlassen. Das Hier und Jetzt zwischen Zukunft und Vergangenheit, zwischen Tier und Maschine. Aufgebaut auf dem Raster der Beton-Verschalungen.
Ein Orang-Utan mit Kind und Pflanze sitzt einem Menschen oder Roboter unter einem Platin-Cape gegenüber. Verbunden sind die durch gelbe Flächen, farblich von den Amrumer-Innentüren abgeleitet, welche sich auf dem Jetzt fallenden Sand des Stundenglases berühren. Eine Vernetzung von ungezähmter Wildnis zu digitalisierter Technologie, intuitivem und instinktivem Wesen zu technologischem Fortschritt. Die Sanduhr als Symbol des Laufes der Zeit, der Fokus auf das jetzt fallende Korn. Hände der Natur und Digitalisierung, welche den Lauf des Fortschrittes in einer silbernen Linie, einer Leiterbahn, über den im Beton belassenen, unbemalten Kreis aufspannen. Der weiße Hintergrund als Projektionsfläche das, was momentan in der Gesellschaft und in Bereichen der Mobilität, Medizin, Produktion, Landwirtschaft etc. geschieht. Der blaue Kreis, symbolisch für den Acapulco Blue Tisch, an dem die Studierenden ihre Gedanken austauschen, die Vergangenheit reflektieren und die Zukunft formen. Im Hintergrund in regelmäßigen Abschnitten abstrahierte Pflanzen für die Natur, die vor und nach und uns Menschen sein wird.“ – Maja Hürst

Maja Hürst ist eine Schweizer Graffiti- und Streetart-Künstlerin, die auch unter dem Namen „Tika“ bekannt ist. In Zürich geboren, wuchs sie in der Schweiz, Deutschland, Belgien und Ägypten auf. 2004 machte sie ihr Diplom in Visual Communication an der Zürcher Hochschule der Künste in Zürich. Seit 2008 arbeitet sie als Street Art-Künstlerin. Maja Hürst kreiert hauptsächlich Tiermotive mit komplexen Mustern, wie sie auch in diesem aktuellen Werk von ihr zu finden sind.
Maja Hürst lebt und arbeitet in Zürich und Berlin.

„Hier & Jetzt“ – A Wall by Maja Hürst

Beteiligte Künstler